Wenn die Politik über Start-up-Förderung spricht, geht es meist um Kapitalmangel. Ist das Problem gar nicht so groß? 

Doch, ich habe selbst erlebt, wie mir bei der Gründung von Bloomy Days alle Banken abgesagt haben. Und dann wurde mir noch der Gründerzuschuss verweigert, mit der Begründung ich würde ja leicht in einem Unternehmen einen Job finden.

Dabei heißt es oft, für die Startfinanzierung gebe es genug Fördermaßnahmen, das Problem beginne erst, wenn die Unternehmen wachsen. Stimmt das nicht?

Es gibt auf beiden Seiten Schwierigkeiten. Viele Förderprogramme sind zu speziell oder schlicht zu kompliziert. Wir sollten das ganze Thema mal neu denken. Es müsste einen Fonds geben, für den sich Gründer mit ihrer Geschäftsidee bewerben können und die besten werden dann wie bei Inkubatoren ausgewählt und gefördert. 

Die Regierung plant einen Tech Growth Funds, mit dem Kreditfinanzierungen für etablierte Start-ups gefördert werden sollen. Ein richtiger Ansatz?

Alle Maßnahmen, die für mehr Kapital sorgen, sind gut. Wenn wir mit Amerika mithalten wollen, müssen wirklich große Summen bewegt werden, sonst gerät Deutschland in den nächsten fünf Jahren wirtschaftlich wirklich ins Hintertreffen.