Der Wahlkampf beginnt gerade, da schmücken sich Politiker gern mit erfolgreichen Gründern. Fürchten Sie nicht, zum Wahlkampf instrumentalisiert zu werden? 

Ich würde mir wünschen, dass die digitale Wirtschaft ein Wahlkampfthema wird. Denn es ist wichtig, dort endlich voranzukommen. Und die Kanzlerin hat uns auch versichert, dass es vorangetrieben werden soll.   

Die Förderung von Gründern stand auch schon im letzten Koalitionsvertrag, doch dann ist lange wenig passiert. Warum sollte sich das ändern?

Ich glaube, das liegt auch daran, dass viele Politiker selbst mit dem Thema Digitalisierung überfordert sind. Darum ist es ja so wichtig, dass wir Digitalunternehmer da beraten und helfen. 

Was sollte die Politik denn konkret tun? 

Wir müssen viel früher ansetzen. Digitale Bildung und eine moderne Infrastruktur an Schulen sind ein wichtiges Thema. Auch über Programmieren als Schulfach haben wir gestern intensiv gesprochen, wobei eine Umsetzung durch den Föderalismus sehr schwierig ist.

In Sachen digitaler Bildung wurde gerade einiges angestoßen, was fehlt noch?

Man muss aufpassen, dass Programmieren als Schulfach nicht zum Schlagwort verkommt. Außerdem ist die Förderung von Unternehmertum extrem wichtig. Wenn künftig alle Kinder programmieren könnten, wäre das toll. Aber wir brauchen auch die Leute, die dazu Geschäftsmodelle entwickeln. In Deutschland ist das immer noch zu wenig verbreitet und in der Schule wird man nicht darauf vorbereitet.