Umsatz und Gewinn gibt es beim Franchising also schnell. Besonders mit Gebietsschutz, also exklusivem Vertriebsrecht in einem gewissen Umkreis, kann Franchise zum Erfolg führen.

Manch einem kommt eine neue Franchisenehmer-Lizenz bekannter Marken daher wie ein Fahrschein zum Gelddrucken daher. Aber die Verlockung kann trügerisch sein. Denn zum einen setzen manche Franchisekonzepte auf Trends, die sich als nicht langanhaltend herausstellen. Man erinnere sich nur an die Invasion von Bubble Tea-Läden vor einigen Jahren. Wann haben Sie in jüngster Zeit nochmal einen davon gesehen? Genau.

Franchise-Fallen: Frisierte Zahlen und kurzlebige Trends

Und das ist längst kein Einzelfall: Im Durchschnitt ist jeder fünfte Franchisenehmer in Deutschland nach vier Jahren vom Markt ausgeschieden, sechs Prozent davon wegen Insolvenz, so eine Studie des Internationalen Centrums für Franchising & Cooperation (F&C), das an der Uni Münster angesiedelt, aber eng mit der Franchisewirtschaft verbandelt ist. Und diese Zahl bezieht sich nur auf Lizenznehmer von durch den DFV evaluierten und für gut befundenen Franchisesystemen, nicht auf alle etwa 1000 in Deutschland aktiven Systeme.

Zum anderen mangelt es vielen Franchisegründern an betriebswirtschaftlichem Knowhow. Das meint zumindest Oliver Matzek, ein Hamburger Anwalt für Franchiserecht. „Das größte Problem ist, dass die meisten Franchisenehmer falsche Vorstellungen vom Gewinn haben, da sie für bare Münze nehmen, was der Franchisegeber ihnen sagt“, meint Matzek. Doch vorgelegte Zahlen seien häufig beschönigt – etwa indem der Franchisegeber nur die Umsatz- und Gewinnzahlen der Spitzenzeit nennt.