Mit Vertical Farming könne unabhängig von Klima und Region produziert werden. Die Transportwege seien kürzer und die Nahrung könne auch sauberer und ressourcensparender produziert werden, da weniger Düngemittel und deutlich weniger Wasser benötigt werde und auf Pestizide gänzlich verzichtet werden könne. Dennoch wüchsen die Pflanzen schneller und hätten einen höheren Vitamingehalt. Aktuell eigenen sich Pflanzen mit einem hohem Wassergehalt und einer schnellen Verderblichkeit, wie Obst und Gemüse sowie Produkte der gehobenen Küche.
Vertical Farming habe aber auch seine Grenzen. „So lohnt sich Vertical Farming bisher aus wirtschaftlichen Gründen bei Kartoffeln, Weizen, Reis, Mais nicht“, weiß Loessl. Er ist sich aber sicher, dass es eine Frage der Zeit sei, bis sich die Technologien weiterentwickeln und günstiger werden.

Mit seinem Start-up Agrilution, will Loessl Vertical Farming ins eigene zu Hause holen (Indoor Farming). Dafür hat er ein Gerät namens Plantcube entwickelt, das etwa die Größe einer Waschmaschine hat und es ermöglichen soll, Pflanzen wie Feldsalat, Rucola, Senfgras, Pak Choi automatisiert zu Hause anzubauen. Durch die Anpassung von Beleuchtung, Belüftung und Bewässerung könne der Geschmack und der Vitamingehalt beeinflusst werden. Zudem soll das Gerät durch eine App mit dem Smartphone vernetzt sein. In etwa einem Jahr soll der Plantcube erhältlich sein. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Agrilution an Küchengeräteherstellen Lizenzen für die Produktion und den Vertrieb vergibt. Zudem sollen beide durch den fortlaufenden Verkauf von Saatgut, das sich in biologisch abbaubaren Matten befindet, kontinuierlich Geld verdienen.

Neben dem Geld verdienen, möchte Maximilan Loessl aber auch ein Stück weit die Welt verbessern. Dafür hat er den Verband Association for Vertical Farming gegründet, in dem ihn mit Professor Dickson Despommier eine Koryphäe im Bereich Vertical Farming unterstützt.

Ob Vertical Farming erschwinglich wird und sich auch in deutschen Städten durchsetzen kann wird die Zukunft zeigen. Das der Ort für das Netzwerktreffen in Düsseldorf Gewächshaus hieß, lässt sich aber als gutes Omen deuten. Mit über 100 Foodies war das Coworking Space jedenfalls voll ausgelastet und das Interesse am Thema war bei den Besuchern deutlich zu spüren. Für Mitveranstalter Fabio Ziemßen ist jedenfalls klar: „Düsseldorf entwickelt sich zunehmend zum Hub für FoodStart-ups und Gastropreneure.“