Zu seinen Kunden gehören Restaurants und Cateringfirmen genauso wie Privatpersonen. Vier Zielgruppen hat Dammann unter ihnen ausgemacht: „Die Weltoffenen, die Insekten im Urlaub schon mal probiert haben, die Dschungelcamp-Fans, die das ganze als Mutprobe sehen, die Leute, die auf nachhaltige Ernährung wert legen und die Fitness-Freaks, wegen des hohen Eiweißgehalts.“

Mittlerweile kann Dammann von dem Geschäft gut leben und baut sein Angebot rund ums Insekt immer weiter aus. Ein Insektenkochbuch ist Anfang 2015 im Kosmosverlag erschienen. Als nächstes soll ein selbst hergestellter Energieriegel aus gemahlenen Insekten ins Programm. „Bugbreak“ soll er heißen und ist als Einsteigerprodukt für die breite Masse gedacht.

Diese neue Geschäftsidee hat Dammann auch in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt. „Verwundert“ ist er nun von der Reaktion der Löwen. „Ich hätte gedacht, dass sie ihren persönlichen, anerzogenen Ekel zurückstellen und das Potential erkennen würden“, sagt Dammann. Das Gegenteil war der Fall. Nur Jochen Schweizer hatte Interesse, aber ein Deal kam trotzdem nicht zustande. „Er wollte für 25.000 Euro vierzig Prozent der Anteile an meiner ganzen Firma. Das passte nicht“, erklärt Dammann. Jetzt schlummert das Konzept von „Bugbreak“ vorerst in der Schublade.

Dabei gibt es beim Thema Insektennahrung in Deutschland „eine echte Marktlücke“, hat Marc Ditschke festgestellt. Deshalb hat sich der 44-Jährige im Juni 2015 ebenfalls mit einem Onlineshop für essbare Insekten selbstständig gemacht. Besonders wichtig ist ihm die Nachhaltigkeit seines Produkts. „Es braucht zehn Kilo Futter für ein Kilo Rindfleisch. Aber aus zehn Kilo Futter lassen sich neun Kilo Insekten aufziehen“, rechnet er vor. Dabei verbrauchen Insekten auch weniger Wasser und stoßen weniger Treibhausgase aus.

Mit dem bisherigen Erfolg seines Onlineshops ist Ditschke durchaus zufrieden. Die Umsätze bleiben ein Firmengeheimnis. Nur so viel: Besonders beliebt sind Grillen. Die Zubereitung ist einfach. Einmal in der Pfanne erhitzen, mit Salz, Pfeffer und Chilipulver würzen, „dann kann man die schon wegknabbern wie Nüsse vor dem Fernseher.“ Für eine süße Alternative lassen sich die Grillen aber auch mit Schokolade überziehen. „Das hat sogar meine Oma probiert“, sagt Ditschke. Überhaupt hält er den Ekel der Europäer vor Insekten vor allem für eine Frage der Erziehung und Gewöhnung.