Vom Start-up zum eigenen Accelerator: Die Kölner Gründer der Markenplattform Fond of investieren nun selbst verstärkt in junge Unternehmen.

Neben dem Bundeswirtschaftsministerium, der Förderbank KfW, Chemiekonzern BASF und Automobilzulieferer Bosch mischen sich nun die Gründer des ehemaligen Start-ups Fond of unter die Investoren des High-Tech Gründerfonds (HTGF): Um Kontakt in die Szene zu halten, wollen die Kölner im Laufe der kommenden zehn Jahre bis zu drei Millionen Euro aus privaten Mitteln beisteuern. „Der HTGF bietet uns einen sehr transparenten Überblick über aktuelle Deals – damit bleiben wir auf dem Laufenden zu Innovationen und finden interessante Start-ups, mit denen wir zusammenarbeiten könnten“, sagt Fond-of-Geschäftsführer Oliver Steinki zu WirtschaftsWoche Gründer.

Das 2010 gegründete Kölner Unternehmen Fond of steht hinter insgesamt sieben Marken wie etwa Ergobag für ergonomische Schultaschen oder Affenzahn für Kindergarten-Rucksäcke. Inzwischen stellt sich die Firma als Plattform für Produktentwicklung breiter auf. So sind die Gründer Oliver Steinki, Florian Michajlezko und Sven-Oliver Pink etwa Bauherren für das Büro-Projekt The Ship in Köln-Ehrenfeld, das ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres 500 Arbeitsplätze beherbergen soll.

Fokus auf Gründer-Förderung

Mit der Eröffnung des Gebäudes wollen die Unternehmer zudem ein eigenes Acceleratoren-Programm namens XDeck in den neuen Büroräumen starten. Die Förderung für Start-ups in der Wachstumsphase soll nach aktueller Planung über ein halbes Jahr gehen und jeweils fünf bis zehn jungen Unternehmen offenstehen.

Das Programm richtet sich speziell an Teams aus dem auch für Fond of interessanten Konsumentengeschäft und Handel. Mit Details hält sich Steinki noch zurück, kündigt aber an, den Start-ups in erster Linie Experten vermitteln zu wollen, die bei praktischen Fragen wie etwa zu Steuerthemen weiterhelfen sollen: „Wir wollen dem Start-up-Ökosystem etwas zurückgeben und mit einem Expertennetzwerk fachliche Hilfestellungen von Gründern für Gründer geben“, so der der Geschäftsführer. Auch den Zugang zu frischem Kapital solle XDeck erleichtern, eigene Direktinvestments der Fond-of-Macher seien aber nicht das primäre Ziel.

Der Deal der Fond-of-Gründer mit dem HTGF kommt dem Accelerator zugute: Die dort teilnehmenden Start-ups sollen auch durch den halbstaatlichen Frühphaseninvestor unterstützt werden. Um die Unternehmer in den Kreis der Kapitalgeber aufnehmen zu können, wurde der im vergangenen Jahr geschlossene Fonds III wieder geöffnet – das Volumen liegt nun bei 319,5 Millionen Euro. Die Idee entstand aus dem persönlichen Kontakt zu HTGF-Geschäftsführer Alex von Frankenberg: „Mit Fond Of begrüßen wir jetzt auch das erste Unternehmen im Fonds III, das noch vor Kurzem selbst ein Startup war. Dies hat Signalwirkung für das gesamte Startup-Ökosystem in Deutschland“, lässt er sich in einer Pressemitteilung zitieren.