Das Münchener Start-up FLYLA vermittelt Studierenden Restplätze von Fluglinien – eine Reihe namhafter Business Angels gehen zukünftig mit auf die Reise.

Nicht einmal zwei Wochen ist es her, da verkündete Katharina Seehuber, Gründerin der Reise-App Let´s Yalla, das Aus für ihr Start-up. Ihr Konzept, Restplatztickets von Fluglinien zu verkaufen, habe keine Zukunft mehr. Man könne langfristig kein ausreichendes Ticketangebot sicher stellen, da die Fluggesellschaften entsprechende Tarife nur noch über intern Verkaufskanäle anbieten wollten, begründete Seehuber diese Schritt.

Umso mehr dürfte sie die Information überraschen, dass das ebenfalls in München ansässige Start-up FLYLA seine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen hat – basierend auf einem sehr ähnlichen Konzept: Das 2018 an den Start gegangene Reiseportal vermittelt Studierenden Restplätze von Fluggesellschaften und verspricht den Nutzern eine durchschnittliche Ersparnis von 30 Prozent. Probleme, Fluglinien zur Kooperation zu bewegen, habe man bisher nicht gehabt, sagte Co-Gründer Fabian Höhne im Gespräch mit WirstchaftsWoche Gründer. Zu den ersten Partnern zählen eigenen Angaben zufolge unter anderem Eurowings, Lufthansa Group und Etihad Airways.

Umfangreiche Marketingmaßnahmen sind geplant

Wie hoch die eingeworbene Summe ist, wollte Fabian Höhne nicht verraten. Nur so viel: Die Finanzierung sei ausreichend für den Aufbau unserer Plattform in der gesamten DACH Region. Investiert haben der ehemalige CFO von Jochen Schweizer sowie Business Angels aus der apaFriends Investorengruppe, die sich mit Start-ups im Hospitality und Travel Technologie Bereich beschäftigen.

„Das neue Kapital soll vor allem in eine Reihe von Marketingmaßnahmen, fließen, um FYLA in unserer Zielgruppe noch bekannter zu machen. Dazu gehören strategische Partnerschaften – zum einen mit anderen Reiseplattformen, zum anderen mit Karrierenetzwerken wie e-fellows. Werbung auf dem Campus, Partnerschaften mit Fakultäten oder International Offices und eine verstärkte Online Präsenz, beispielsweise in Form von Influencer-Marketing, sind geplant.”

Auch der Ausbau des Teams stehe an, so Höhne: „Wir haben mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde zwei Vollzeitmitarbeiter eingestellt und sind nun zu viert. Aktuell ist noch eine weitere Entwicklerstelle ausgeschrieben und bis zum Ende des Jahres erwarten wir bis drei bis vier weitere Kollegen.“

Einberufung eines Beirats aus Industrieexperten

Für die zukünftige Unterstützung und Beratung beruft das Start-up zusätzlich einen Beirat aus Industrieexperten ein. Der Beirat soll die Gründer bei der Strategie, Konzeption und dem Aufbau der Reiseplattform. Als Vorsitzender wurde Carl-Stefan Neumann, Director Emeritus bei McKinsey & Company, gewählt. Zu den weiteren Mitgliedern gehören die Geschäftsführer Markus Orth (Lufthansa City Center), Michael Becker (e-travel GmbH), Oliver Wagner (Eurowings) und Ulrich Pillau (apaleo).

FLYLA wurde Anfang 2018 von Fabian Höhne und Frederic Lapatschek gegründet. Beide sind Absolventen der Technischen Universität München, wo sie Wirtschaftsingenieurwesen und Informatik studierten. Unterstützung erhielt das Team bisher durch das LMU Entrepreneurship Center, den XPRENEURS Accelerator und durch die amerikanische Gründerschmiede MassChallenge. Über das EXIST Gründerstipendium für innovative Ideen der Bundesregierung wurde das Projekt finanziell unterstützt.

Europaweite Expansion und Ausweitung des Konzepts

Aktuell liegt der Kundenfokus auf deutschen, österreichischen und Schweizer Studierenden, die sich auf der Plattform in Echtzeit identifizieren können. Eigenen Angaben zufolge hat das Start-up eine fünfstellige Nutzeranzahl , darunter zahlreiche wiederkehrende User. Für 2020 sei eine europaweite Expansion geplant: „Über 50 Prozent aller Studierenden in Europa leben in fünf Ländern, allen voran Deutschland mit 2,8 Millionen. Der Fokus liegt damit auf England, Spanien, Frankreich und Italien“, sagt Fabian Höhne gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Der Verkauf von Flugtickets, an denen FLYLA eine Provision erhält, solle nur der Anfang sein, so Höhne. In Zukunft wolle man auch mit Zusatzangeboten im Bereich ´Hospitality´ oder ´Erlebnisse´ Geld verdienen werden.