Aller Anfang ist schwer, heißt es, doch diese ehemaligen Start-ups haben es geschafft: Sie sind erfolgreiche Unternehmen geworden. 

Von Tobias Bayer

Zalando, Delivery Hero oder Runtastic – die Namen dieser Unternehmen kennt in Deutschland wohl fast jeder. Doch auch sie fingen einmal klein an. Wir zeigen aus welchen ehemaligen Start-ups im Laufe der vergangenen Jahre erfolgreiche Unternehmen geworden sind –und wie ihre Entwicklung verlief.

Trivago
Die größte Hotelsuchmaschine der Welt wurde 2005 gegründet und hat ihren Sitz in Düsseldorf. Sie vergleicht die Angebote von mehr als einer Million Hotels auf 250 Buchungsseiten. Dabei verspricht das Unternehmen, das beste Angebot zu finden. Trivago hat auf seinen 55 Länderplattformen monatlich 120 Millionen Besucher. Seit der Übernahme durch Expedia 2012 konnte der Umsatz versechsfacht werden. Von Juli 2015 bis Juli 2016 erwirtschafteten die 950 Mitarbeiter des Unternehmens einen Umsatz von 660 Millionen Dollar. Im September wurde der bevorstehende Börsengang bekannt. 

Auxmoney
Die Kreditplattform Auxmoney wurde 2007 von Raffael Johnen gegründet. Die Seite vermittelt Kredite, bisher wurden über 50.000 ausgezahlt. Dabei gibt es für jeden Kredit zahlreiche Investoren. Jeder kann sich schon ab 25 Euro beteiligen. Die Kredithöhe liegt zwischen 1.000 und 25.000 Euro.

Flixbus
Das Münchner Fernbusunternehmen wurde 2011 unter dem Namen „GoBus gegründet. Den Betrieb startete es 2013 nach der Liberalisierung des Fernbusverkehrs. Heute werden jeden Tag etwa 10.000 Direktverbindungen durch Deutschland und Europa angeboten. Für diese Fahrten werden etwa 1000 Busse von 250 mittelständigen Partnerbetrieben eingesetzt. Flixbus selbst kümmert sich lediglich um Buchungen und Organisation. Nach Fusionen und Übernahmen hat Flixbus in Deutschland heute einen Marktanteil von über 80 Prozent. 

Zalando
Als Anbieter für Schuhe wurde Zalando 2008 von David Schneider und Robert Gentz in Berlin mit Investorenkapital der Samwer-Brüder gegründet. Durch aggressive TV-Spots erlangte es nationale Bekanntheit. 2014 ging es an die Börse, zudem wurde im selben Jahr erstmals ein Gewinn erwirtschaftet. Heute zählt der Versandhändler für Mode und Schuhe zu den meistbesuchten deutschen Online-Shops. 2015 erwirtschafteten 10.000 Mitarbeiter einen Umsatz von fast drei Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 34 Prozent. 

Amorelie
Der Online-Sexshop Amorelie konnte seinen Umsatz von 2013 auf 2014 um 800 Prozent steigern.2015 wurden 21 Millionen Euro umgesetzt, die Hälfte davon im Weihnachtsquartal. Gegründet wurde der Lifestyle-Erotikshop 2012 von Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok als Startals Start-up in Berlin. Amorelie gehört seit 2014 vollständig zu ProsiebenSat1. Neben Deutschland ist das Unternehmen auch in Österreich, der Schweiz und Frankreich aktiv. Zurzeit hat es 75 Mitarbeiter.

Jimdo
Das 2007 in Hamburg gegründete Unternehmen ist Anbieter von Website-Baukästen und Internet-Dienstleistungen. Bis heute wurden etwa 15 Millionen Internet-Auftritte mit Hilfe von Jimdo realisiert. 2014 erwirtschaftete das ehemalige Start-up einen Umsatz in Höhe von 17,6 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss betrug dabei rund 695.000 Euro. Aktuell macht das Unternehmen negative Schlagzeilen, ein Viertel der 258 Mitarbeiter wird entlassen. Der Grund dafür: Zu schnelles Wachstum. 

Delivery Hero
Das Netzwerk von Online-Bestellplattformen für Essen steckt zum Beispiel hinter den Lieferservices pizza.de und Lieferheld. Die Holding wurde 2011 gegründet und machte vergangenes Jahr einen Umsatz von knapp 200 Millionen Euro. Weltweit werden mit Hilfe von 200.000 Restaurants monatlich 13 Millionen Bestellungen abgewickelt. Die 2000 Mitarbeiter  von Delivery Hero verteilen sich auf 33 Länder, davon sitzen 900 in der Berliner Zentrale. 

Scondoo
Geldsparen beim Geldausgeben: Das Berliner Cash-Back Programm war 2012 das erste in DeutschlandBisher wurdeinsgesamt mehr als eine Million Euro ausgezahlt. Seit 2014 gehört Scondoo zu 6Minutes Media.

Runtastic
Als einer der bekanntesten Anbieter von Sport- und Fitness-Apps ist Runtastic Läufern und anderen Sportlern schon lange ein Begriff. Zudem vertreibt das Unternehmen passende Hardware. Neben einer Premium-Mitgliedschaft sind die Grundfunktionen der Apps mit Werbung auch kostenfrei nutzbar. Runtastic wurde 2009 als Start-up in Österreich gegründet. Seit 2015 ist Adidas der Alleingesellschafter. Der Sportartikelhersteller zahlte insgesamt 220 Millionen Euro für Runtastic. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen 80 Millionen registrierte Benutzer.