Die Intermedia Vermögensverwaltungs GmbH übernimmt die Mehrheit am Potsdamer Start-up Flightright. Die Geschäftsführer des Legaltechs bleiben an Bord.

Die Intermedia Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Ludwigshafen, eine Tochtergesellschaft der Mediengruppe Medien Union, übernimmt die Mehrheit am Potsdamer Fluggastrechte-Portal Flightright. Die Geschäftsführer Philipp Kadelbach und Sebastian Legler bleiben Gesellschafter und leiten das Start-up weiterhin.

Zur genauen Verteilung der Anteile wollte das Start-up auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer keine Angaben machen. Auch der Kaufpreis unterliegt der Geheimhaltung. Die zuständige Kartellbehörde muss die Übernahme noch genehmigen.

Schadensersatz für Passagiere

“Gemeinsam mit unserem neuen Investor werden wir das große Potenzial des Legal Tech-Markts weiter erschließen. Wir teilen dieselbe Vision und möchten unsere Wachstumsstrategie in enger Zusammenarbeit fortsetzen”, lässt sich Flightright-Geschäftsführer Sebastian Legler zitieren.

Das 2010 von Philipp Kadelbach und Sven Bode, der mittlerweile das Legaltech-Start-up MyRight aufgebaut hat, gegründete Unternehmen ist ein Verbraucherportal für die Durchsetzung von Fluggastrechten und treibt bei Fluggesellschaften Schadensersatz für Passagiere ein, deren Flüge nicht pünktlich waren oder sogar annulliert wurden. Das Unternehmen beruft sich dabei auf die Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 der Europäischen Union. Bis zu 600 Euro können Reisende einfordern – vorausgesetzt Start oder Landung erfolgten in einem EU-Land oder waren dort geplant. Flightright erhält nach einem erfolgreichen Rechtsstreit 20 bis 30 Prozent der Entschädigungssumme.

Neues Legaltech gestartet

Eigenen Angaben zufolge hat das 140 Mitarbeiter starke Unternehmen bereits mehr als 200 Millionen Euro Entschädigung für seine Kunden durchgesetzt.

Im Mai vergangenen Jahres kaufte Flightright seinen Nürnberger Konkurrenten Flugrecht. Damals gab das Start-up auch die Gründung einer Tochtergesellschaft bekannt und die damit einhergehende Erweiterung seines Geschäftsmodells: Ende des vergangenen Jahres startete das auf Arbeitsrecht spezialisierte Legal Tech Chevalier.

Man sei außerdem dabei weitere Produkte zur Digitalisierung von Rechtsbereichen aufzubauen, so eine Sprecherin des Start-ups. So soll das in den vergangenen Jahren bei Flightright aufgebaute Wissen zur datengetriebenen Analyse und Bewertung von Rechtsansprüchen auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen.