Vor ziemlich genau fünf Jahren wurde der Dortmunder Filetshop eröffnet. Nach einen Jahr war das Unternehmen bereits im Gewinnbereich, so Hesterberg. Heute gibt es eine weitere Filiale in Essen und demnächst eine in Unna (mit Beef-Bistro); auch Hamburg und Münster sind als Standorte in Planung. Zudem gehören inzwischen Catering, Showgrillen, Beefpartys und eine Steak-Akademie mit Kursen für Privatpersonen und Fortbildungen für Metzgereien zum Filetshop. 16 Mitarbeiter, davon zehn in Vollzeit, beschäftigt das Unternehmen.

Vom Franchise-Partner zur Konkurrenz: die Fleischboutique

Einigen Kölnern und Düsseldorfern dürfte das Filetshop-Konzept bekannt vorkommen. Gibt es doch in ihren Städten ganz ähnliche Geschäfte: die Fleischboutique. Die Konzepte sehen nicht nur identisch aus, sie sind es auch fast. Denn beide Label gehörten mal zusammen. Die Fleischboutique-Betreiber waren vorher Franchisenehmer beim Filetshop, beschlossen aber, ihre Geschäfte als Einkaufsgemeinschaft weiterzuführen. Mit neuem Label und neuem Motto („Esst weniger Fleisch, dafür bewusster“ statt „Esst weniger Fleisch, dafür besseres“). Aber ohne Franchisegebühr.

„Wir hatten das ganze Konzept mitentwickelt sowie Ausstattung und Werbung miteingebracht”, sagt der Geschäftsführer der Düsseldorfer Fleischboutique Oliver Kleine-Weischede, ein ehemalgier DJ, über den Filetshop. Sein früherer Kollege und heutiger Wettbewerber Hesterberg stimmt da nicht zu: „Das Konzept habe ich alleine entworfen, umgesetzt und seitdem stetig weiter entwickelt.“ Hesterberg mag tatsächlich viele Details des Planungsprozesses berichten und ist merklich emotional mit der Gründeridee verbunden. Die Markenrechtsansprüche sind noch strittig; böses Blut wollen aber beide Parteien nicht. Denn sie sehen sich nicht zwingend als Konkurrenz, sondern weiterhin als Botschafter der gleichen Botschaft: bewusster Fleischgenuss.

Jäger und Sammler – Metzger mit Lieferservice

Einen ähnlichen Ansatz haben die Gründer von „Jäger und Sammler“: hochwertiges Fleisch und ein hippes Image für den neuen „Metzer Ihres Vertrauens“. Jäger und Sammler ist allerdings kein Filialgeschäft, sondern ein Online-Lieferdienst. Geliefert wird in München. „Normale Metzgereien schließen um 18 Uhr. Bei uns können auch vielbeschäftigte Menschen hochwertiges Fleisch kaufen“, sagt Gründer Lars Tinapp. Der Wirtschaftsingenieur, der im Hauptjob als IT-Berater bei Microsoft arbeitet, hat den Lieferdienst zusammen mit seinem Freund Florian Stocker, einem Metzgermeister, gegründet. Die beiden kennen sich seit 20 Jahren über ihr gemeinsames Eishockey-Hobby.