Das Wettbieten im sogenannten Scooter-Markt geht weiter: Das Berliner Start-up erhält eine enorme Finanzierung – obwohl es vom Gesetz noch ausgebremst wird.

Im vergangenen Herbst schossen die Meldungen schneller heran, als es die Straßenverkehrsordnung gestattet: Im Wochentakt meldeten E-Roller-Start-ups wie Wind, Tier oder Voi hohe Millionenfinanzierungen. Jetzt legt ein deutscher Konkurrent nach: Das in Berlin ansässige Start-up Flash, hinter dem der Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski steht, verkündet den Abschluss einer ersten Wachstumsfinanzierung mit einem Volumen von 55 Millionen Euro – die britische Financial Times (FT) berichtete zuerst (€).

Gegenüber der WirtschaftsWoche äußerte sich Gadowski ausführlich zu seinem Engagement auf dem umkämpften Markt: „Wir wollen dieses Feld nicht einfach den Amerikanern überlassen.“

Angeführt wird die Runde demnach von dem auch in Berlin beheimateten Risikokapitalgeber Target Global. Der hatte im vergangenen Sommer einen speziellen Fonds für Investitionen in Mobilitäts-Start-ups aufgelegt.

Hohe Finanzierungen vor dem eigentlichen Start

Für ein gerade einmal sechs Monate altes Unternehmen ist die eingeworbene Summe extrem hoch – zumal Flash bis auf zwei Testgebiete in Zürich und Lissabon noch keine elektrischen Leihroller im tatsächlichen Einsatz hat. Laut FT-Bericht soll sich das aber im Laufe dieses Sommers ändern: Mehrere zehntausende Scooter sollen ab Frühjahr in europäischen Städten zu finden sein – starten soll die Expansion in Frankreich, Spanien und Italien. Die hohe Investitionssumme hilft dabei, die Roller vorzufinanzieren.

Die elektronischen Tretroller sollen ähnlich wie Leihfahrräder die Mobilität in Städten ergänzen. Im Gegensatz zu den Fahrrädern ist die Infrastruktur der Roller häufig noch komplexer, weil sie in vielen Städten über Nacht zum Aufladen eingesammelt werden müssen.

Dennoch setzen zahlreiche Investoren große Hoffnungen in diesen noch nicht erschlossenen Mobilitätsmarkt. Neben den Angreifern, die sich ausschließlich auf dieses Segment konzentrieren, sind auch andere Anbieter wie Bird (im Bild zu sehen) oder Lime in dem Bereich unterwegs.

Der wird aktuell auch durch gesetzliche Hürden ausgebremst. Je nach Land sind die Zulassungen für die Roller unterschiedlich geregelt. In Deutschland fehlt zum Leidwesen vieler Start-ups immer noch eine gesetzliche Regelung – die Unternehmen hoffen auf eine Zulassung für die sogenannten „E-Kleinstfahrzeuge“ im Laufe der kommenden Monate.