Für die Konfrontation mangelt es vielen FinTechs jedoch vor allem an Geld. Die großen Töpfe stellen in Deutschland zurzeit noch die Finanzdienstleister selbst, etwa die Commerzbank mit dem Main Incubator. Und wer beißt schon die Hand, die einen füttert.

„Im Januar gab es mit 200 Millionen US-Dollar von Victory Park Capital in Kreditech aber auch erstmals eine so große US-Investition in ein deutsches FinTech-Unternehmen“, sagte Gregor Puchalla. „Auch Paypal-Gründer Peter Thiel und seine Partner haben kürzlich in das Berliner Start-up Number26 investiert. Solche Nachrichten lassen die Branche aufhorchen und befeuern sie.“

In Berlin brodelt es

Obwohl die großen Finanzdienstleister ihre Zentralen in Frankfurt haben, sei besonders in Berlin eine Aufbruchstimmung zu spüren. „Die Gründer sind auch immer jünger“, berichtete Radoslav Albrecht, der Anfang 2013 mit Bitbond sein eigenes FinTech startete. „Als ich frisch von der Uni kam, heuerte man erst mal in einer Bank, bei einem Unternehmensberater oder als Trainee in einem Industriekonzern an.“ Mittlerweile sei es sehr populär geworden, zu gründen und risikobereit neue Geschäftsmodelle auszuprobieren.

Ständig entstünden in Berlin neue Startups mit spannenden Ansätzen, um die Finanzwelt aufzumischen. „London ist aufgrund regulatorischer Vorteile und der Nähe zu vielen wichtigen Finanzdienstleistern zwar immer noch das Mekka für FinTechs“, stellte Albrecht fest. „Berlin ist jedoch günstiger und insbesondere für die FinTech-Szene attraktiv, weil sich hier gutes und auch internationales Personal gewinnen lässt.“

So sind FinTechs noch einige Jahre davon entfernt, zur ernsthaften Konkurrenz für Banken zu werden. Aber in der jungen Branche brodelt es – vor allem in der Hauptstadt.