Allerdings setzen die Koreaner von Samsung auch auf eine LoopPay-Technologie, die wie Magnetstreifen funktioniert und erstmals in den neuen Galaxy-Geräten integriert ist. Der Vorteil: Magnetstreifen bei Karten sind nichts Neues, weshalb der Handel nicht extra aufrüsten muss. Der Nachteil: Anders als in den USA ist der Magnetstreifen in Deutschland quasi ausgestorben. Ja, und auch Google mischt beim Mobile Payment mit und arbeitet eigenen Aussagen zufolge an Android Pay. Dahinter versteckt sich zwar kein eigenes Bezahlsystem, aber dafür eine Basis im Betriebssystem, an das andere Payment-Dienste andocken können – unter anderem auch die eigene Google Wallet.

Es gibt natürlich noch viele weitere Initiativen, die etwa von Yapital in den REWE-Märkten (wenn auch nicht immer erfolgreich), vom umtriebigen Payment-Unternehmen Wirecard oder von den Chinesen von Alibaba stammen, die – wie auf der CeBIT von Gründer Jack Ma vorgestellt – am Bezahlen durch Gesichtserkennung arbeiten.

Auch in Deutschland haben Anbieter mit einigen Problemen zu kämpfen: Sie wollen sich gegen Paypal verbünden – und ein eigenes digitales Bezahlsystem entwickeln. Die deutschen Banken tüfteln seit langem an einem eigenen Zahlsystem für das Internet  – dabei stritten Sparkassen und Privatbanken lange ob sie zusammenarbeiten oder doch gleich zwei Varianten entwickeln. Nun beschäftigt sich das Bundeskartellamt damit, ob die Banken überhaupt ein gemeinsames System schaffen dürfen.

Doch auch sonst gibt es zum Banken-Paypal derzeit mehr Fragen als Antworten. Das Pilotverfahren soll dennoch bis zum Jahresende fertig sein, zum Einsatz kann es dann aber erst zum Weihnachtsgeschäft 2016 kommen. Details gibt es nicht viele. Es ist aber vorstellbar, dass es entweder als eine Art Lastschriftverfahren funktioniert oder über ein zuästzliches elektronisches Gerät, das sich die Verbraucher dann anschaffen müssten.

Klar ist: Mobile Payment ist so etwas wie das Next Big Thing. Überall wird geschraubt und gehämmert, um das eine perfekte Bezahlsystem am Markt zu etablieren. Man kann aber davon ausgehen, dass am Ende des Tages nur eine Handvoll Anbieter überleben werden. Ob dann auch Deutsche dabei sind ist derzeit eher fraglich. Bis dahin werden die Hersteller um die Gunst der Nutzer – und übrigens auch um die Gunst der Händler – buhlen müssen. Mobile Payment ist also angerichtet. Jetzt müssen Händler und Nutzer nur noch zugreifen. Die Frage ist nur wann und bei wem.