Valentin Stalf, Gründer der Banking-App Number26, hält ebenfalls nichts von einem Studiengang Fintech, weil er viel zu spezialisiert wäre. „Insbesondere im Start-up ist es wichtig, ‘outside the Box’ zu denken“, meint Stalf. Statt eines Fintech-Studiums sollte man im Studium lieber Einblicke in verschiedene Branchen und Themen bekommen und sich in einzelnen Kursen mit Entrepreneurship und digitalen Geschäftsmodelle von Start-ups beschäftigen.

In die gleiche Lücke stößt Marco Adelt, COO und Mitgründer des Versicherungsmaklers Clark. Auch er hält interdisziplinäres Denken und universitäre Schwerpunkte für deutlich wichtiger und geeigneter als einen ganzen Studiengang zum Thema Fintech.

Fintech sei schließlich eine konstante Weiterentwicklung und keine Fachrichtung, findet auch Christian Wiens, CEO und Mitgründer des digitalen Versicherungsmanagers GetSafe. Abgesehen davon sei mit dem Studiengang Wirtschaftsinformatik schon eine sinnvolle Kombination von Wirtschaft und Informatik vorhanden.

Viel lieber wäre dem GetSafe-Chef „die Einführung von technologienahen Inhalten in der Ausbildung und im dualen Studium, da hier noch maßgeblich das Arbeiten in alten Strukturen vermittelt wird“. Noch einen Schritt weiter geht Achim Bönsch, Gründer von Barzahlen. Er würde sich wünschen, dass „Grundlagen von Anlage, Sparen, Kredite und Zahlungsverkehr“ schon im Wirtschaftsunterricht Platz finden. Von einem Fintech-Studiengang hält aber auch er nichts.

Ein Fintech-Studium kommt bei den Fintech-Chefs nicht wirklich gut an. Wichtiger als solch ein Studium sind für sie also eher thematisch übergreifendes Wissen, Entrepreneurship-Kenntnisse und einzelne Fintech-Kurse oder -Schwerpunkte innerhalb eines Studiums.