Die Penta-Gründer bleiben an ihrem Unternehmen beteiligt. Finleap verordnet Penta aber eine enge Kooperation mit einem eigenen Start-up.

Gestartet Ende 2017, schlüpft die Digitalbank Penta nun beim auf den Finanzsektor spezialisierten Company Builder Finleap unter. Das gab das Unternehmen heute in Berlin bekannt. Demnach soll Penta künftig eng mit Finleaps Tochterunternehmen Beesy zusammenarbeiten. Dieses bietet ebenfalls Geschäftskonten an, ist aber bisher nur in Italien aktiv. Den Kaufpreis kommunizierten die Unternehmen nicht.

Wie Penta-Mitgründer Luka Ivicevic auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer bestätigte, sind nun neben Finleap noch Ivicevic und seine fünf Mitgründer – Jessica Holzbach, Aleksandar Orlic, Sir Gabriel Holbach, Igor Kuschnir und Lav Odorovic – Gesellschafter von Penta. Abgelöst werden mit der Transaktion die bisherigenGeldgeber, zu denen Inception Capital aus Großbritannien zählt. Penta hatte nach einer 2,2 Millionen Euro schweren Seed-Finanzierung im Februar 2018 im Oktober sieben Millionen Euro von den Investoren bekommen.

Bei Finleap unterzuschlüpfen, sei eine strategische Entscheidung gewesen, sagte Ivicevic: „Finleap bringt als Company Builder neue Assets für Penta mit, unter anderem seinen internationalen Fokus“. Geplant sei bereits ein Start in Italien, dem Heimatmarkt von Beesy. „Beesy und Penta haben die gleiche Vision: Geschäftskonten einfach und digital zu gestalten, damit die jeweiligen Unternehmer sich auf ihr Business konzentrieren können.“

5.500 Unternehmenskunden  

Eine Zusammenlegung beider Unternehmen sei derzeit nicht geplant, so der Ivicevic. Unter dem Dach von Finleap werde Penta seine Dienstleistungen wie bisher anbieten, das gesamte Team sei übernommen worden. Das Start-up will nun aber neue Features schneller einführen. Geplant sind beispielsweise Lastschrifteinzüge und Kredite. Eigenen Angaben zufolge hat Penta aktuell 5.500 Kunden.

„Durch unser starkes Netzwerk können wir den Ausbau von Penta bedeutend beschleunigen“, sagte Finleap-CEO Ramin Niroumand. Seit der Gründung 2014 hat die Fintech-Schmiede 16 Unternehmen aufgebaut und weitere zugekauft. Zum Portfolio zählen etwa der Digitalversicherer Clark und die Banking-Plattform Solarisbank. Beesy war die erste Gründung im Ausland. Zuletzt hatte Finleap den Hamburger Bankdienstleister Figo und die Berliner Finanztechnologie-Plattform Finreach Solutions zusammengelegt.

Speziell mit Geschäftskonten ist außer Penta auch das deutsche Fintech Kontist unterwegs. Das ebenfalls in Berlin ansässige Unternehmen hatte im Herbst die Haufe Gruppe als Investor gewonnen. Kontist zielt mit seinem Angebot vorwiegend auf Selbständige und Freiberufler, während Penta sich an Start-ups und kleine Unternehmen bis zu 30 Mitarbeitern richtet.