Just an dieser Stelle müssen Gründer diszipliniert sein: Wenn das Firmenkonto innerhalb von wenigen Wochen um siebenstellige Beträge wächst, sollten die Ausgaben nicht sprungartig steigen. „Der Tag nach der Finanzierung hat für uns keinen Unterschied gemacht“, sagt Schmidt. 2,7 Millionen Euro hat sein Start-up im vergangenen Winter erhalten, unter den Investoren war auch der Fußballprofi Philipp Lahm. Sekt kalt gestellt hatten er und seine Mitgründer aber weder für den Notartermin noch für einen Umtrunk nach Erhalt der Summe. „Wir feiern mit dem Team erst Weihnachten“, sagt Schmidt, „dann wissen wir, ob das Jahr gut war.“

Soll niemand denken, Investoren achteten nicht penibel darauf, was aus ihrem Geld wird. Der eine will monatliche Reports, andere rufen nur sporadisch mal an. Bei größeren Geldgebern ist der Austausch in aller Regel enger. Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg hat in etwa 20 Start-ups investiert. Damit dabei der Überblick erhalten bleibt, gibt es feste Strukturen: „Wir stellen in der Regel einen 100-Tage-Plan auf, um Ziele festzuhalten“, sagt Vorstand Dirk Buddensiek.

Auch Atomico-Partner de Vries führt bereits während der Finanzierungsverhandlungen ausführliche Gespräche und will wissen, wann und wofür die Gründer das Kapital ausgeben. „Wenn das Geld dann auf der Bank ist, wollen wir nicht, dass sie diese Pläne einfach ändern“, sagt de Vries.

Ende 2016 konnte Fanmiles die letzte Finanzierungsrunde abschließen, an die Öffentlichkeit ging das Start-up mit dem Investment Anfang März. Die guten Nachrichten sorgten nicht nur für eine Runde Aufmerksamkeit für Firma und Produkt, sondern auch für Interesse bei potenziellen neuen Mitarbeitern. „Wenn gute Leute sehen, dass Geld da ist“, sagt Schmidt, „dann häufen sich die Initiativbewerbungen.“