Ins Detail geht es nach der grundsätzlichen Einigung. Der europäische Venture-Capital-Fonds Atomico etwa setzt erst mal ein zwei- bis dreiseitiges Papier auf, in dem die grundsätzlichen Eckpunkte verabredet sind. Dann prüfen Experten die Zahlen: Stimmen die Angaben, mit denen die Gründer geworben haben?  Sind alle Patente und Markenrechte für das Produkt geklärt? Und gibt es noch irgendwo rechtlichen Ärger mit einem Mitarbeiter? „Wir gehen das nur an, wenn wir hohes Vertrauen haben“, sagt Atomico-Partner Yann de Vries.

Sind nach vier bis sechs Wochen Prüfung alle Fragen beantwortet, sind aus dem dreiseitigen Papier zwei jeweils etwa 40-seitige Dokumente geworden: Das eine regelt die zukünftigen Stimm- und Beteiligungsrechte des neuen Anteilseigners.  In dem anderen steht, wie, wann und wohin das Geld tatsächlich fließt.

Auch hier kommt es auf Vertrauen an: Kennen sich Geldgeber und Unternehmer, sind viele Fragen schnell und unkompliziert beantwortet. „Ein Problem gibt es allerdings bei unterschiedlichen Gesellschafterinteressen“, sagt Fabian Schmidt, Mitgründer von Fanmiles. Das Start-up arbeitet an einem digitalen Treuepunkte-Programm. Schmidt zufolge kommt es regelmäßig vor, dass Halbsätze im Vertragstext geändert werden. Diese aktualisierten Versionen müssen von allen Parteien abgesegnet werden. Davon profitieren allerdings vor allem die beteiligten Anwälte.

Irgendwann treffen sich die Partner beim Notar. Sind sich alle einig, werden die geänderten Gesellschafteranteile im Handelsregister eingetragen – Ordnung muss sein. Erst danach wandert das Geld aufs Firmenkonto. Der Gründeralltag läuft in der Zwischenzeit weiter. „Wenn sich ein Bäcker Geld von der Bank holt, dann feiert er ja auch nicht“, sagt Fanmiles-Gründer Schmidt, „sondern er überlegt, was er tun muss, um das Geld richtig einzusetzen und zurückzuzahlen.“

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