Böse Großunternehmen, gute Start-ups

Nach ein bisschen Comedy-Unterhaltung hebt sich nun der moralische Zeigefinger: Relativ viele Filme skizieren böse Großunternehmen und stellen den angeblich amoralischen und skrupellosen Kapitalgesellschaften kleine, integre Start-ups gegenüber. David gegen Goliath. Ein klassisches Story-Thema.

Um sich auf das Thema einzustimmen, darf „The Corporation“ nicht fehlen. Die 2003 produzierte kanadische Doku diagnostiziert Großkonzerne als Psychopathen und wird trotz aller Heftigkeit nicht nur von Kapitalismuskritikern als sehenswert eingestuft.

Besonders häufig wird die Automobilindustrie filmerisch angeprangert: Der biografische Spielfilm „Flash of Genius“ (2008) spielt in den 1960er Jahren und handelt vom Erfinder des Intervallscheibenwischers. Die Autokonzerne stehlen seine Idee und er zieht gegen Ford vor Gericht. Im Francis Ford Coppola-Film „Tucker“ (Originaltitel “Tucker: The Man and His Dream”), ebenfalls ein biografischer Spielfilm, geht es um den Autodesigner Preston Tucker (gespielt von Jeff Bridges), der von den Autokonzernen an Innovationen gehindert wird.

Omar, Gründer eines Waschsalons

David gegen Goliath ohne Autos, aber immer noch eher mit einem Männer-Thema gibt es bei „Beer Wars“. Beer Wars ist ein US-Dokumentarfilm aus dem Jahr 2009 und stellt den Kampf kleiner Brauereien gegen die Großbrauereien Anheuser-Busch, Miller und Coors dar. Wer braucht da noch Star Wars?

Doch nicht nur gegen die Konkurrenz müssen Gründer kämpfen, sondern oft auch gegen die Vorurteile ihrer Familien und Freunde. Dies ist ein Aspekt im Film „Mein wunderbarer Waschsalon“. Der gleichzeitig melancholische und herzliche Film aus dem Jahr 1985 handelt vom dem jungen, in London lebenden Pakistaner Omar, der einen heruntergekommenen Waschsalon wieder auf Vordermann bringt, obwohl sein Vater ihn gerne studieren sehen würde. Der Film thematisiert zudem Homosexualität und Rassismus. Das Drehbuch war für den Oscar nominiert. Eine Art weibliches Pendant wäre der Film „Chocolat“.