Gescheiterte Start-ups

Deprimiert von den ganzen Erfolgsgeschichten? Psychologen empfehlen fürs Selbstwertgefühl manchmal „Abwärts“-Vergleiche, also den Vergleich mit erfolgloseren Personen. Dafür könnten „Startup.com”, „E-Dreams“ und „Weltmarktführer – Die Geschichte des Tan Siekmann“ auf der Filmliste stehen. Alle drei sind Dokumentationen über gescheiterte Firmen. Alle drei widmen sich der Euphorie der New Economy und der Ernüchterung der Dotcom-Blase. Fast schon nostalgisch.

In „Startup.com“ (2001) geht es um den Aufstieg und den Niedergang der Dotcom-Firma GovWorks.com. „E-Dreams“ (2001) dokumentiert den New Yorker Onlinestore Kosmo.com, bei dem Käufer ihre Bestellungen mit Hilfe von Fahrradkurieren innerhalb von einer Stunde erhalten konnte. Amazon und Starbucks hatten investiert, doch auch das konnte beim Börsenknall nicht helfen.

Gründen ist der bessere Ausweg

Ein deutsches Unternehmen ist Protagonist von „Weltmarktführer – Die Geschichte des Tan Siekmann“, einem mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichneten ZDF-Film aus dem Jahr 2005, der von der Firma Biodata handelt. Siekmann soll Biodata als 16-Jähriger seinen Eltern für den symbolischen Preis von einer Mark abgekauft haben; dann baute er die Firma zu einer börsennotierten Aktiengesellschaft auf. Doch der Erfolg währte nur kurz: Biodata ging als erstes Nemax-Unternehmen pleite. Auch beim zweiten Versuch war Siekmanns Firma rasch insolvent.

Deprimierend wie die Geschichten gescheiterter Gründer kommt auch die Doku „Rise of the Entrepreneur: The Search for a Better Way“ (2014) daher. Schwindende Job-Sicherheit, ständiger Arbeitsstress und große Einkommensunterschiede: Selbst gründen ist da der beste Ausweg, will uns der Film weismachen und zeichnet dabei eine neue Form des „American Dream“, eine in der Selbstverwirklichung und Reichtum quasi aus einer Notoption entstehen.