Dokus: Von einer Milchfarm bis Silicon Valley

Neben Verfilmungen widmen sich auch etliche Dokumentationen dem Nabel der Entrepreneurship-Welt, dem Silicon-Valley. Die TV-Dokumentation „Triumph of the Nerds“ aus den 1990er Jahren erzählt die Geschichte des PC und lohnt sich zu sehen. Sie ist auf DVD erhältlich.

Während Bill Gates bei „Triumph of the Nerds“ noch zu Wort kommen durfte, widmen sich neuere Dokumentation – wie die Verfilmungen – vor allem dem Personenkult um dessen Konkurrenten: „Steve Jobs – The man in the machine“ ist eine im Herbst veröffentlichte Dokumentation (unter anderem bei iTunes), die auch kritisch mit Jobs ins Gericht geht. „Steve Jobs – Hippie und Milliardär“ (bei Netflix zu sehen) hingegen wurde direkt nach dem Tod des Apple-Gründers produziert und scheint mehr „Götzendienst“ denn informativer Film.

Eine lohnenswerte Abwechslung zu den Steve-Jobs-Filmen ist „The revenge of the electric car“. Nein, es handelt sich nicht um eine Neuverfilmung des Herbie-Stoffes (für alle nach 1990-Geborenen: Einfach weiterlesen oder googeln), sondern um die Tesla-Story. Die knapp 90-minütige Doku aus dem Jahr 2011 ist eine Fortsetzung des 2006er Films „Who killed the electric car?“. Take-Home-Message für Gründer: Die Hoffnung niemals aufgeben.

Abwechslungen von Jobs und Co.

Ebenfalls mal etwas anderes als die Reihe der Steve-Job-Biografien ist der Film „Something ventured“ (2011). Denn er beleuchtet stärker die Sichtweise der Kapitalgeber und zeichnet die Venture-Capital-Szene der USA ab den 1950er Jahren nach. Der Film enthält unter anderem Interviewszenen mit den Venture Capitalists Arthur Rock (Intel, Apple) und Don Valentine (Cisco, Oracle) sowie den Gründern Gordon Moore (Intel) und Nolan Bushnell (Atari).

Von den Vätern des Silicon Valleys zu den Söhnen: Was fasziniert junge Web-Gründer am Entrepreneurship? Was motiviert sie und warum geben sie für ihren Traum als auf? Antworten liefert „The Start-up Kids“ (2012) anhand von Interviews mit Gründern wie Zach Klein (Vimeo) und Drew Houston (Dropbox). (Für alle vor 1990-Geborenen: Man darf auch noch mit mehr als 30 Jahren zum ersten Mal gründen.) Der von Microsoft produzierte Film „CTRL+ALT+COMPETE“ (2011) geht in eine ähnliche Richtung wie „Start-up Kids“ und versucht, die Motive jüngerer Tech-Gründer in Interviews darzustellen. Doch abgesehen vom Titel ist er wenig einfallsreich. Anders als die Netflix-Doku „Print the Legend“, die sich ausschließlich 3D-Drucker-Start-ups widmet.

Ungewöhnlich ist – zumindest in einem Aspekt – der Film „The Call of the Entrepreneur“ (2007). Er erinnert daran, dass auch schon vor dem Internet-Zeitalter gegründet wurde und eigentlich der Bauernhof die ursprünglichste Form einer Unternehmung ist. Der Film erzählt unter anderem die Geschichte eines Milchfarmers aus Michigan, ist aber ansonsten kein „Must-See“.

Nachdem sich fast alle Filme bisher ausschließlich mit Männern beschäftigt haben, sollen demnächst gleich zwei US-Dokumentarfilme erscheinen, die speziell Gründerinnen in den Fokus nehmen: „She started it“ und „Dream, girl“.