Der Startup-Verband setzt sich verstärkt dafür ein, Frauen zu vernetzen. Beim Female Founders Camp ist ein Frühstücksformat allerdings missglückt.

Von Mark Heywinkel

Die Startup-Szene ist eine Männerdomäne: Lediglich in 13 Prozent der jungen Unternehmen stehen laut Angabe des Bundesverbandes Deutscher Startups Frauen an der Spitze. Damit sich künftig ein Gleichgewicht einstellt, setzt sich der Verband mit dem ersten deutschlandweiten Startup-Unternehmerinnen-Netzwerk intensiv für die Vernetzung von Frauen aus jungen Unternehmen ein.

So hat das Netzwerk beim diesjährigen Startup Camp in Berlin Vorträge und Diskussionen speziell für Frauen angeboten: Das Female Founders Camp sollte Gründerinnen und Mitarbeiterinnen dazu dienen, in 13 Sessions Erfahrungen auszutauschen und Strategien zu diskutieren, um in ihren Unternehmen eine Gleichberechtigung der Geschlechter herzustellen.

Vernetzt euch!, lautete dabei das am häufigsten proklamierte Credo, das sich auch als fixer Termin im Programm des Camps wiederfand. Am Samstagmorgen sollten sich die Camp-Teilnehmerinnen beim „Women in Tech and Startups Breakfast“ besser kennenlernen, Kontakte austauschen, netzwerken.

„Hierzu haben wir auch befreundete Initiativen eingeladen, die wir unterstützen und mit denen wir uns fachlich austauschen: die Gekettes, die Witas, RailsGirls und EntreFem“, erklärte Stephanie Renda, Vorstandsmitglied im Startup-Verband und Kuratorin des Female Founders Camps.

Doch ein reger Austausch wollte zwischen den 25 Teilnehmerinnen des Frühstücks nicht entstehen: Statt rege zu kommunizieren, saßen sich die Frühstücksteilnehmerinnen Müsli-knuspernd und verloren gegenüber. Es fehlte eine einleitende Moderation der Runde. Der karge Seminarraum in der Humboldt-Universität blieb ein entspanntes Ambiente schuldig. Und mit einer halben Stunde war der Netzwerk-Slot generell zu knapp bemessen. Mehrere Teilnehmerinnen verließen die Runde nach kurzer Zeit wieder – darunter auch Melin Niedermayer.

„Gestelltes Networking ist immer schwierig“, sagte die 21-jährige BWL-Studentin. „Ich finde sowieso, dass die Emanzipation der Frau nicht durch exklusive Female-Meetings gefördert wird. Man schließt sich möglicherweise sogar eher damit aus. Ich fand es aber sehr interessant, andere Gründerinnen zumindest kurz einmal auf einem Fleck zu sehen.“ Für ihr Nachbarschaftsnetzwerks Plankboard konnte die Würzburgerin bei dem Frühstücksevent aber keine Kontakte knüpfen.

Allzu großer Frust über das missglückte Kennenlernformat kam bei Organisatorin Stephanie Renda allerdings nicht auf. „Dafür war der Austausch zwischen Speakern und Publikum während der Diskussionen sehr persönlich und rege“, stellte sie zufrieden fest. Für 2015 sind bereits weitere Veranstaltungen im Rahmen des Startup-Unternehmerinnen-Netzwerks geplant. Die fixen Termine finden sich hier.