Zu den Ungereimtheiten bei Farmako gehört, dass das Start-up im März angekündigt hat, bis zu 50 Tonnen pharmazeutisches Cannabis aus Osteuropa beziehen zu wollen. Schon im Juni sollte die erste Lieferung erfolgen. Tatsächlich ist das Start-up aber offenbar nach wie vor von niederländischen Herstellern abhängig, die den steigenden Bedarf in Deutschland kaum bedienen können. Auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer räumte Heartbeat Labs nun ein, dass die notwendige EU-Zertifizierung des mazedonischen Herstellers noch nicht abgeschlossen sei. Mit neuen Lieferanten rechne man aber noch in diesem Jahr.

Neue Zurückhaltung

Farmako soll sich nach Willen des Investors künftig vollständig auf die Rolle als Großhändler konzentrieren. Mit der Herauslösung des Biosynthesegeschäfts, schrumpft das Team auf zehn Mitarbeiter. Noch nicht kommuniziert ist, wer die Geschäfte des Start-ups künftig führt. Eine entsprechende Mitteilung soll laut Heartbeat Labs bald veröffentlicht werden. Auch Details zum neuen Unternehmen – darunter der noch ungenannte Firmenname – sollen in naher Zukunft bekanntgegeben werden.

Klar ist schon: Mit großspurigen Ankündigungen will sich der Investor zurückhalten. „Wir planen langfristig für das Unternehmen und möchten so kurz nach dem Start keinerlei zeitliche Erwartungen wecken“, hießt es von Heartbeat Labs. Weber ließ aber anklingen, dass der Fokus zunächst weiterhin auf Cannabinoiden liegen soll. Ein Patent für ein Bakterium, das den Wirkstoff aus Traubenzucker synthetisieren soll, hatte Farmako bereits eingereicht – die Rechte gehören nun ebenfalls zum Spin-off.