Die Daimler-Tochter Moovel stößt die Ortungs-App ab. Käufer sind die ehemaligen Besitzer des Start-ups, die das Angebot zukünftig weiterentwickeln wollen.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass die Daimler-Tochter Moovel das Hamburger Start-up Familonet mitsamt Geschäftsführung und allen Mitarbeitern übernahm. Nun überraschten die ehemaligen Gründer Hauke Windmüller, Michael Asshauer und David Nellessen mit der Ankündigung die Ortungs-App zurückgekauft zu haben. 

Zur Kaufsumme wollte das Start-up auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer keine Angabe machen. Die drei Gründer planen die App als berufliches Nebenprojekt fortzuführen:

So arbeitet Michael Asshauer als Produktdesign-Chef bei der 2013 an den Start gegangenen Mobilitäts-App Moovel: „Vor dem Rückkauf haben wir uns intensiv Gedanken darüber gemacht, ob wir die nötige Zeit und Energie dafür aufwenden können. Mit zur Entscheidung beigetragen hat, dass sich zwei weitere ehemalige Mitarbeiter angeschlossen haben, so dass wir die Arbeit gut aufteilen können. Am Ende war es aber vor allem die Leidenschaft und unser Herzblut: Wir haben Familonet jahrelang aufgebaut und wollten dieses Projekt gerne weiterführen.“

Ortungs-Angebote gehören für Moovel nicht zum Kerngeschäft. Das Unternehmen will sich als zentrale Buchungsplattform für verschiedene Mobilitätsdienste etablieren: So lassen sich beispielsweise die E-Tretroller von Tier Mobility in einigen Städten über die App buchen und bezahlen – außerdem Tickets für Bus und Bahn sowie Carsharing-Fahrzeuge. Noch im Sommer soll Moovel unter das Dach von Reach Now schlüpfen. Damit bündeln die Autohersteller Daimler und BMW ihre Kräfte und schließen verschiedene Mobilitätsplattformen zusammen.

Fokus liegt auf Familien

Familonet wird zukünftig in kleiner Besetzung weiter betrieben. Alle ehemaligen Mitarbeiter der App sowie alle Familonet Technologien, beispielsweise in den Bereichen Geofencing und Live Locating, verbleiben bei Moovel.

Familonet wurde 2012 gegründet und erhielt drei Jahre später eine siebenstellige Finanzierung. Die App, die auf  einem Freemium-Geschäftsmodell basiert, soll es Anwendern möglich machen, den Standort anderer Nutzer zu bestimmen, sofern diese das Angebot auf dem Handy installiert haben. Der Fokus liegt vor allem auf Familien, sodass Eltern beispielsweise überprüfen können, ob ihre Kinder sicher in der Schule angekommen sind. Eigenen Angaben zufolge hat die App aktuell 2,5 Millionen registrierte Nutzer, unter anderem in Deutschland, Italien, Spanien und Indonesien. „In Zukunft wollen wir das Angebot den Kundenwünschen und -bedürfnissen entsprechend weiterentwickeln und unter anderem unsere Ortungsfunktionen weiter verbessern“, sagt Asshauer.