Die Samwer-Brüder kennen viele: Sie zeigen, dass gründende Geschwister großen Erfolg haben können. Aber es gibt noch andere Beispiele erfolgreicher Familien.

Die Beziehung zwischen Geschwistern ist immer etwas besonders, oft aber auch nicht einfach: Kommt es zu einer Start-up-Gründung sind Geschwister oder andere Familienmitglieder eher Geldgeber als wirklich Geschäftspartner. Dabei kann das durchaus zu einem großen Erfolg führen, wie man an den Samwer-Brüdern sehen kann. Sie sind eine große Ausnahmen, weil sie nicht zuletzt auch mit ihrem Familienbund, in dem jeder das tut, was er am besten kann, eine Vertrauensbasis geschaffen haben. Sie sind aber nicht die einzigen Geschwister, die gemeinsam ein Unternehmen aufgebaut haben.

Auf den nächsten Seiten stellen wir einige gründende Geschwister und ihre Start-up-Idee vor.

Kai und Christian Wawrzinek

Goodgame mittlerweile zum größten deutschen Spieleentwickler aufgestiegen – und nun wollen die Brüder Kai und Christian Wawrzinek auch die internationale Konkurrenz angreifen. Das könnte klappen, denn alleine im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 600 Personen eingestellt und damit die Mitarbeiterzahl auf 1200 verdoppelt. Dieses Jahr sollen es noch mal mehr 400 Menschen werden. Die Brüder – beide mit Doktortitel in Jura beziehungsweise Kieferorthopädie – haben das Unternehmen erst 2009 ­gegründet, inzwischen sind sie zum größten deutschen Spieleanbieter aufgestiegen.

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Marc, Oliver und Alexander Samwer

Sie sind wohl eines der erfolgreichsten Brüder-Trios: Seit Ende des vergangenen Jahres sind die drei über 3,5 Milliarden Euro schwer. Sie beherrschen die Internetszene mit einem einfachen Trick, wie man meinen könnte: Sie schauen, was auf dem amerikanischen Markt gut läuft, und kopieren das mit sicherem Gespür auch für den deutschen. Mittlerweile haben sie mehr als 70 Internetfirmen gegründet, und zum größten Teil wieder verkauft. Unter den reichsten Familien Deutschland nehmen sie mittlerweile Platz 29 von 100 ein.

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Isabelle Stremme, Andra und Ferdinand Gallhöfer

Die drei Geschwister gründete 2011 das Blusenlabel „byMi“. Die klassischen Blusen sind „Made in Europe“ und kosten 139 Euro aufwärts. Wichtig ist den Gründern „kompromisslose Qualität“ und „anspruchsvolle Bearbeitung“. Die Marke wird mittlerweile in mehr als 100 Läden verkauft – nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Österreich und Norwegen. In diesem Jahr wollen sie sechs neue Mitarbeiter einstellen und einen Investor an Bord holen.

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Karoline und Stefan Bader gründeten ParkPocket.

Parkplätze sind vor allem in Großstädten heißbegehrt: Das brachte Karoline und Stefan Bader auf die Idee die App „Parkpocket“ zu entwickeln. Mittlerweile wird ein städteübergreifendes Parkleit-System angeboten – alles in Echtzeit. So können sich Parkplatzsuchende Preise vergleichen und direkt zum gewünschten Parkhaus navigiert werden. Die Kompetenzen in dem Geschwister-Gespann sind klar verteilt. Während sich beide um die Strategie und damit Weiterentwicklung des Start-ups kümmern, kümmert sich Karoline Bader schwerpunktmäßig um die Finanzen und ihr Bruder um das Marketing.

Raphael und Maxim Nitsche

Mit „Math42“ helfen Maxim und Raphael Nitsche vielen Schülern, die Probleme mit der Mathematik haben, aus der Patsche. Math42 war 2013 zeitweise die meistverkaufte App im deutschen Apple Store und wurde dort als eine der innovativsten Lern-Apps beworben. Mittlerweile sind Maxim und Raphael Nitsche 18 und 19 Jahre alt, beschäftigen acht Mitarbeiter. Math42 gibt es inzwischen in mehreren Sprachen, die App wurde mehr als 26 000 Mal abgerufen. „Wir haben einfach einen Nerv getroffen“, sagt Maxim Nitsche.

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Laura Gollers und Sabrina Schönborn gründeten das Start-up

Weil sie selbst keine schönen Dessous fanden, gründeten die beiden Schwestern aus dem niedersächsischen Stelle kurzerhand ihr eigenes Label. Geld sammelten sie unter anderem mit einer Crowdfunding-Kampagne ein, bei der auch die Kundinnen über Modelle abstimmen konnten.