Welche Fehler machen Manager bei der Modernisierung ihrer Unternehmen noch?
Zu viele delegieren Digitalisierung und Innovation immer noch an externe Beratungsunternehmen, anstatt sich selbst intensiv damit auseinander zu setzen. Und ein ganz typischer Fehler von Managern hierzulande ist, die Kultur des Scheiterns nicht zu fördern, sondern zu verhindern, aber dadurch entsteht nichts Neues. Man versucht, bestehende Geschäftsmodelle zu optimieren, anstatt sie grundlegend zu hinterfragen.

Wie funktioniert der Lernprozess zwischen Old und New Economy hier in der Factory? 
Bei uns steht vor allem der aktive Austausch und die Bereitschaft voneinander zu lernen im Vordergrund. Wir betreiben aktives Matchmaking – das heißt, wir finden den perfekten Partner für die jeweiligen Bedürfnisse unserer Community-Mitglieder – egal ob Start-up oder Corporate. So hat ein etabliertes Unternehmen beispielsweise eine gute Kundenbasis und Reichweite, von der ein Start-up profitieren kann. Außerdem wollen Start-ups sich oftmals lieber auf die Idee und Innovation konzentrieren, und benötigen erfahrene Managementstrukturen als Rückhalt. Ein großes Thema ist außerdem Hardware meets Software: Das deutsche Ingenieurwesen ist eine große Bereicherung für Start-ups. Auf der anderen Seite können etablierte Unternehmen unglaublich viel von der Innovationskraft, den Ideen und den schnellen und schlanken Prozesses eines Start-ups lernen.

Sie schließen nun auch Kooperationen mit wissenschaftlichen Institutionen. Was können diese für die Innovationskultur beisteuern? 
Es ist ganz wichtig, dass Start-ups und Universitäten zusammenarbeiten. Wissenschaftliche Institute arbeiten oftmals auf theoretischer Ebene an wissenschaftlichen Erkenntnissen, die sie aber vielleicht nicht unbedingt vermarkten oder in ein Produkt umwandeln würden. Wir sprechen aktiv mit den Universitäten darüber, an welchen Projekten sie arbeiten, geben Hilfestellungen und überlegen mit den Start-ups aus unserem Netzwerk, welche konkreten Produkte man daraus bauen könnte. So arbeiten wir zum Beispiel seit einiger Zeit eng mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam zusammen.

Was haben Sie mit der Factory als nächstes vor? 
Wir wollen das weltweit wichtigste Netzwerk für Innovationstreiber aus alter und neuer Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien werden, und unseren Beitrag leisten, dass die deutsche Wirtschaft auch im 21. Jahrhundert ihren Platz findet. Deshalb expandieren wir: Mit neuen Partnern und Flächen an unserem Standort in Mitte, und mit weiteren Factory-Gebäuden in anderen Teilen Berlins.