Mit Augmented Reality will das Start-up internationale Unternehmen und Medienkonzen überzeugen. Bei den Geldgebern hat das jetzt bereits geklapt.

Das Auto aus der Werbung rast virtuell aus dem Fernseher heraus, die Aufstellung des Football-Teams erscheint digital auf dem Wohnzimmertisch. Mit der Möglichkeit solcher Simulationen und zusätzlichen Elementen will das in München gegründete Start-up Eyecandylab bei Konzernen punkten. Über das Smartphone oder eine Datenbrille werden Videobilder ergänzt. Jetzt hat das 2017 gegründete Unternehmen eine Finanzierungsrunde über umgerechnet etwa 1,3 Millionen Euro abgeschlossen.

Die Idee: Durch die virtuell ausgespielten Informationen lassen sich Produkte besser verkaufen – oder besondere Inhalte zu einer Fernsehsendung ausspielen. Das Interesse an dieser Augmented-Reality-Anwendung ist daher sowohl bei werbetreibenden Unternehmen als auch bei Medienkonzernen groß. Auf der Homepage des Hauptprodukts wirbt Eyecandylab mit Kunden wie Adidas und LG, aber auch Pro Sieben und NBC Universal.

Start im 5G-Netz in Südkorea

Asien steht ganz oben auf der Agenda des Start-ups. Mit dem Smartphone-Hersteller LG will Eyecandylab noch in diesem Jahr einen Service in Südkorea vorstellen. Dabei hilft der dort bereits flächendecken verfügbare schnelle Mobilfunkstandard 5G. Die Technologie ermögliche „ein perfektes Alleinstellungsmerkmal“ lässt sich der verantwortliche LG-Manager Keeman Seoh in einer Pressemitteilung zitieren.

Die Südkoreaner gehören auch zu den Geldgebern der aktuellen Runde. Angeführt wird diese von der Investorengruppe Band of Angels. Dahinter stecken etwa 150 private Investoren aus dem Silicon Valley, die sich seit 25 Jahren an Tech-Start-ups beteiligen. Im vergangenen Jahr investierte die Gruppe nach eigenen Angaben in 23 junge Digitalunternehmen.

Branchenexperten im Beirat

Bevorzugt stützt die Gruppe Start-ups aus der Heimat Kalifornien. Dort – in Los Angeles – hat Eyecandylab ein Büro, ebenso in New York. Die Entwicklung und Forschung wird jedoch aus München vorangetreiben. 16 Mitarbeiter sind aktuell für das Start-up unterweg.

Parallel zur Finanzierungsrunde erweitert Eyecandylab auch seinen Beirat. Mit dabei künftig der Technologieexperte Tom Emrich. Ebenfalls dabei: Start-up-Unternehmer Andy Gstoll und Terry R. Schussler, der den Bereich Immersive Technologies (zu dem auch die Schnittstelle virtuelle Realität und 5G gehört) bei der Deutschen Telekom leitet.