Das Hamburger Portal will vom Immobilien-Boom profitieren – und mehr Kleinanleger gewinnen. Dafür stellen Risikokapitalgeber nun 43 Millionen Euro bereit.

Ein digitales Portal für Anlagen aus Stein und Beton: Das Hamburger Unternehmen Exporo, das zwischen Immobilienentwicklern und Privatanlegern vermittelt, hat in einer kürzlich verkündeten Finanzierungsrunde 43 Millionen Euro eingesammelt. Damit will die Plattform vom anhaltenden Immobilienboom profitieren: Mit dem Geld sollen das Portal ausgebaut und um neue Produktkategorien ergänzt werden. Auch eine internationale Expansion steht im Bauplan.

Vor zwei Jahren hatte das Portal seine letzte Finanzierungsrunde veröffentlicht – damals über acht Millionen Euro. Jetzt stocken die Risikokapitalgeber ordentlich auf. Neu als Gesellschafter dabei ist die globale Investmentgesellschaft Partech Ventures. Daneben ziehen die langjährigen Geldgeber e.ventures, Heartcore und HV Holtzbrinck Ventures mit.

Boom bei Crowdinvestments rund ums Bauen

Sie hoffen darauf, dass die Nachfrage nach dem sogenannten Crowdinvesting im Immobiliensektor anhält. Eine Studie hatte in diesem Frühjahr aufgezeigt, dass insbesondere die Co-Finanzierung von Wohnungen und Büros stetig ansteigen. Exporo gilt als deutscher Marktführer in diesem Bereich.

„Wir geben jedem Anleger die Möglichkeit, sich über Exporo schon mit kleinem Geld an Immobilienprojekten zu beteiligen”, lässt sich Exporo-Vorstandschef Simon Brunke in einer Pressemitteilung zitieren. „Das Geschäft ist bislang den institutionellen Investoren vorbehalten.“ Mit so einem Demokratisierungs-Ansatz treten zahlreiche Plattformen an. Bergfürst, Zinsland oder Linus Capital wollen ebenfalls durch eine digitalisierte Verarbeitung Immobilien-Investments für mehr Menschen ermöglichen.

Exporo teilt seinen Marktplatz in zwei Kategorien: Kleinanleger können entweder in Bestandsimmobilien investieren, die von der Plattform selbst verwaltet werden. Daneben suchen Projektentwickler nach Finanzmitteln für neue Bauten. Nach Angaben auf der Homepage seien seit dem Start im November 2014 über Exporo für knapp 200 Projekte fast 430 Millionen Euro eingesammelt worden.

Die Zielgruppe dürften in vielen Fällen jedoch gut verdienende Privatleute sein, die zu den riskanten Investitionen bereit sind – schließlich droht bei einem Scheitern der Immobilienprojekte der Totalverlust. Das zeigt auch ein Rechenbeispiel bei Exporo: Mehr als 20.000 Nutzer hätten dafür Geld gegeben, was rein rechnerisch einem Durchschnittsinvestment von etwa 20.000 Euro entspricht. Viele der Crowdinvestoren bringen deutlich mehr Kapital ein als die Mindestanlagesumme von 500 Euro.