Und obwohl sich in der Vergangenheit Wein-Start-ups wie das crowdfinanzierte Sommelier Privé wieder vom Markt verabschieden mussten, sind Linden und Hoya selbstbewusst: „Natürlich haben wir in den letzten Jahren ab und an mit Spannung gesehen, dass sich wieder Konkurrenz durch eine Neugründung im Wein-E-Commerce-Bereich angebahnt hat, aber nur sehr wenige Modelle haben sich wie Wine in Black langfristig durchgesetzt.“ Den Grund für ihren Erfolg sehen die beiden auch in der Tatsache, dass sie von Anfang an über den deutschen Tellerrand hinausgeschaut haben: „Unser Ziel war es, sich gleich international aufzustellen.“ Bereits ein Jahr nach der Gründung in Deutschland expandierte der Online-Shop nach Frankreich, wenige Monate später in die Niederlande und dann nach Österreich.

Das Ziel der beiden Wahl-Berliner ist ambitioniert. Sie wollen im Segment des Premium-Weins der führende Online-Anbieter in Europa werden: „Wer an hochwertige Weine denkt, dem soll sofort Wine in Black einfallen.“ In den kommenden zwei Jahren werden sie mit dem neu eingeworbenen Geld darum weitere europäische Märkte angehen. Welche das sind, wollen sie allerdings noch nicht verraten: „Da setzen wir auf den Überraschungsmoment.“

Schlecht stehen die Chancen für Wine in Black zumindest nicht: Der europäische Weinmarkt hat ein Volumen von mehr als 60 Milliarden Euro, allein in Deutschland gaben Konsumenten nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) im vergangenen Jahr sechs Milliarden Euro für Wein aus. Das Premium-Segment macht etwa die Hälfte des Marktes aus und gerade im Online-Handel wird sich in Zukunft noch viel tun. Experten bescheinigen dem E-Commerce, das momentan noch bei überschaubaren drei Prozent liegt, für die Zukunft eine positive Entwicklung.