Eigentlich wollte Büttner ein neuartiges Instrument entwickeln. Er hat Musik studiert und lange selbst professionell Kontrabass gespielt. Dann arbeitete Büttner sieben Jahre beim Berliner Musiksoftwarespezialisten Ableton, dessen Programm nutzen unzählige Stars, um ihre Hits zu komponieren. Doch bei der Arbeit mit Musiksoftware fehlte Büttner immer etwas. „Ein Laptop ist als Instrument miserabel“, sagt er. Denn bei klassischen Instrumenten spürt der Musiker die Schwingungen der Musik selbst, diese körperliche Erfahrung, fehle bei der am Computer gemachten Musik.

Und so überlegte Büttner immer wieder, wie man ein digitales Instrument bauen könne, das die erzeugten Klänge auch physisch spürbar macht. Seine Idee: Man müsse die Frequenzen der Töne in Vibrationen übersetzen. Aus der Idee, das Instrument der Zukunft zu entwickeln, ist ein Gadget für Musikfans geworden. Doch das Basslet könnte auch für Musiker interessant sein: Die könnten es beispielsweise statt eines Metronoms nutzen.

Technologie besser als in der Apple Watch

Büttner will das Basslet im Frühjahr 2016 auf den Markt bringen, zudem spricht er mit Kopfhöreranbietern über Kooperationen. Doch gibt es neben Fitnessbändern und Smartwatches wirklich noch Platz und Potenzial für ein weiteres Gadget am Arm? Büttner, der selbst zwei Lederbändchen um das Handgelenk trägt, sieht darin kein Problem. Zielgruppe seien eher Clubgänger und die würden selten Fitnesstracker nutzen.

„Zudem könnte man künftige Versionen auch als Armband in Smartwatches integrieren“, sagt Büttner. Dabei sei sein Start-up der Konkurrenz deutlich voraus: „Unser Vibrationsmotor ist besser als in der Apple Watch“. Die könne Tonsignale nicht so exakt in Vibrationen umwandeln, wie Büttners Technologie, die von Spezialisten des Pariser Robotics-Instituts ISIR entwickelt wurde. Zudem benötigen tiefe Bassfrequenzen dabei viel Energie. Wenn Apple eine solche Funktion in seine Smartwatch integrierte, würde sie extrem schnell die Batterie leer saugen. „Wir schaffen dagegen vier bis sechs Stunden Laufzeit“.

Wenn das Bassarmband zum Erfolg wird, könnte Büttners Start-up somit auch für Apple interessant werden – als Partner oder sogar Übernahmekandidat. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Firma aus Cupertino für deutsche Musiktechnik begeistert. Eines der wichtigsten Konkurrenzprodukte von Ableton ist Apples Logic. Entwickelt wurde die Software von der Hamburger Firma Emagic – bis Apple im Jahr 2002 zuschlug. Und auch Horizons Ventures hat ein Näschen für Start-ups mit Cupertino-Potenzial: zu den früheren Investments der Hongkonger zählen neben Spotify, Facebook auch das von Apple gekaufte Siri.