Die Sprachlern-App Babbel wurde zu den 50 innovativsten Unternehmen der Welt gewählt – als einziges Unternehmen aus Deutschland.

Die Macher der Sprachlern-App Babbel zählen seit langem zu den erfolgreichsten Berliner Start-ups, doch jetzt wurde ihnen eine besondere Ehre zuteil: Das US-Magazin Fast Company nahm Babbel in seine Liste der 50 innovativsten Unternehmen der Welt auf. Sie sind dabei das einzige deutsche Unternehmen im illustren Kreis von Apple, Amazon, Alphabet & Co.

Dass sich das Geschäft lohnt ist kein Geheimnis: Babbel ist ein Dauergast in den Rankings der umsatzstärksten Apps in Deutschland. Doch nun zeigt sich wie erfolgreich Lesson Nine, das Unternehmen hinter Babbel, inzwischen geworden ist. „Wir haben die Marke von einer Million zahlender Lerner geknackt“, sagt Babbel-Chef und Gründer Markus Witte. Bei Monatspreisen zwischen fünf und zehn Euro dürfte da ein dreistelliger Millionenumsatz in Sichtweite rücken. Zudem ist das 2008 gestartete Unternehmen nach eigenen Angaben seit 2011 profitabel.

„Wir sind ja noch ganz klein“

Doch zu genaueren Angaben hält sich Witte bedeckt: „Wir sind ja zum Glück nicht an der Börse und können schamlos mit Zahlen geizen“. So schnell soll sich das auch nicht ändern. „Ein Börsengang ist überhaupt noch kein Thema“, sagt Witte, „wir sind ja noch ganz klein“.

Deswegen expandiert Babbel weiter. Vor gut einem Jahr ging Mitgründer Thomas Holl nach New York, um das US-Geschäft anzukurbeln. Zwar gebe es dort einen viel größeren Anteil an Menschen, die nie eine Sprache lernen würden, sagt Holl. Doch allein die absolute Zahl an potenziellen Nutzern mache die USA trotzdem zu einem der größten Märkte. „Zudem sind die Online-Affinität und die Zahlungsbereitschaft höher“, sagt Holl.

So habe Babbel in den USA inzwischen eine sechsstellige Zahl an Abonnenten, das entspricht einem Anteil von mehr als zehn Prozent. Die meisten Nutzer stammen weiterhin aus Deutschland, es sei aber deutlich weniger als die Hälfte.

In diesem Jahr will Babbel vor allem das internationale Geschäft weiter ausbauen. Neue Sprachen sollen jedoch nicht hinzukommen. „Wir haben die wichtigsten Sprachen außerhalb Asiens abgedeckt“, sagt Witte. Babbel bietet inzwischen seine Kurse inzwischen für 14 Sprachen in sieben Ausgangssprachen an. Eine Erweiterung auf den asiatischen Markt wäre zwar lukrativ aber aufwendig. „Chinesisch oder Japanisch kann man nicht mit der gleichen Methode lernen“, sagt Witte. „Da bräuchten wir ein anderes Kurssystem und müssten die ganze App modifizieren“.

Um weiter zu wachsen, baut er stattdessen das Management-Team aus: So kommt Martin Kütter als Chief Operating Officer an Bord, er hat zuvor unter anderem das Tagesgeschäft bei Delivery Hero und Telefonica Deutschland geleitet. Der frühere Zalando-Manager Arne Schepker leitet künftig das Marketing.

Denn eine Million zahlender Kunden reichen Witte noch lange nicht: „Wir kratzen erst an der Oberfläche und können noch ein Vielfaches an Nutzern erreichen“. Als Vorbild hat er dabei die großen Abomodelle aus der Unterhaltungsindustrie. Doch ist der Online-Markt für das Sprachenlernen wirklich so groß? Das wüsste Witte auch gern. „Seit acht Jahren loten wir aus, wie groß der Markt insgesamt überhaupt ist und dabei sind wir immer noch nicht am Grund angekommen“, sagt der Gründer.