Oliver Samwer, Vorstandsvorsitzender von Rocket Internet SE, nimmt am 23.06.2015 in Berlin an der Jahreshauptversammlung von Rocket Internet teil. Foto: Jens Kalaene/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Oliver Samwer. (Foto: dpa)

Oliver Samwers erste Hauptversammlung

Dafür, dass Rocket Internet gerne groß denkt, mutete der angemietete Raum für die erste Hauptversammlung vergleichsweise klein an. In der Nähe des Bahnhofs Zoo versammelten sich rund 100 Aktionäre, um Oliver Samwer und Konsorten live zu Gesicht zu bekommen.

Falls jemand aufgrund des Interieurs eine neue Bescheidenheit erwartete, so machte der Rocket-Chef dies mit seinen Worten zunichte. „Das Wachstum wird auch nach 20 Jahren Internet nicht abnehmen“, sagt der Geschäftsführer. „Das ist erst der Anfang.“ Trotz schlechter Zahlen sprach der mittlere Samwer-Sprössling lieber von seinen Visionen als den Problemen.

Die Anlegervertreter interessierten sich denn auch eher für den Kurs und den Kapitalbedarf statt für die blumigen Worte. Nachdem Rocket Internet im Februar eine Kapitalerhöhung verkündet hatte, fragte man auf der Hauptversammlung, wie lange das Geld denn noch reichen würde. Nach der Ankündigung war der Aktienkurs stark eingebrochen, auch weil der Inkubator ursprünglich verkündet hatte, mit dem Geld aus dem Börsengang würde man erst einmal eine Weile hinkommen.

Knapp einen Monat später gab es die endgültige Antwort auf die Frage: Die Start-up-Schmiede legte eine Wandelanleihe auf, die ihr 550 Millionen Euro einbringen sollte. Weil das die Anleger erneut nicht wirklich beglückte, ließ sich Rocket im September dazu hinreißen, eine Liste an neun Punkten aufzustellen, an denen man sich künftig messen lassen will.