Christoph Gerlinger. (Foto: PR/German Start-ups Group)

Christoph Gerlinger.
(Foto: PR/German Start-ups Group)

IPO oder nicht IPO, das war 2015 die Frage

Nach den Börsengängen von Rocket Internet und Zalando im vergangenen Jahr erwarteten einige Beobachter einen Boom an Start-up-IPOs. Doch das Marktumfeld machte besonders einem Unternehmen einen Strich durch die Exit-Rechnung: der German Start-ups Group.

Kurz nachdem Christoph Gerlinger den Börsengang angekündigt hatte, verschärfte sich die Griechenland-Krise, hinzu kam ein Börsencrash in China – die Aktienindizes gingen weltweit auf Talfahrt. Obwohl der Chef der German Start-ups Group anfangs noch bestritt, dass der IPO dadurch belastet werden könne, musste er den IPO schließlich absagen. Das gehöre schon zu den unangenehmeren Dingen, ließ er im Interview mit WiWo Gründer verlauten. Im November schaffte er es zwar doch noch, an die Börse zu gehen – allerdings zu einem deutlich niedrigeren Preis als ursprünglich anvisiert. Kleiner Trost: Immerhin stieg der Kurs kurz nach dem IPO deutlich an.

Auch Hellofresh konnte sich nicht so richtig entscheiden, ob man den Börsengang nun wagen sollte oder nicht. Nur wenige Tage, nachdem Rocket angekündigt hatte, seine Abo-Kochboxen auf das Frankfurter Parkett zu schicken, zog Hellofresh die Pläne wieder zurück. Die Begründung überraschte: Das Start-up schob seine Absage auf die „Marktvolatilität“ – obwohl diese ausgesprochen gut war. Im Nachhinein hieß es, auch die hohe Bewertung von 3,3 Milliarden Euro habe Investoren abgeschreckt.

Ganz ohne Verschiebung schaffte es im Mai Windeln.de an die Börse. Das Start-up wurde mit einer halbe Milliarde Euro bewertet, allerdings hat der Kurs seitdem gut ein Drittel an Wert verloren. Für die Start-up-Szene lässt sich nur hoffen, dass die IPOs 2016 besser ausfallen.