Screenshot_Wunderlist6Wunderkinder, Runtastic und die Exits

Wenn man es pauschal formulieren will, könnte man sagen: Steckt einmal der Wagniskapitalgeber Geld in das Unternehmen, geht es nur noch um den Verkauf. Für die Investoren von 6Wunderkinder, Runtastic, Quandoo und Co. war es dementsprechend ein gutes Jahr.

Besonders der Exit der österreichischen App Runtastic ließ aufhorchen. Axel Springer, seit 2013 Mehrheitseigner, hatte seine Anteile einst erworben, als dem Unternehmen ein Wert von 22 Millionen Euro beigemessen wurde. Beim Verkauf an Adidas soll die Läufer-App den zehnfachen Wert gehabt haben.

Im Juni wechselte auch 6Wunderkinder den Besitzer, Microsoft erwarb das Berliner Start-up. Auch hier soll der Kaufpreis bei bis zu 200 Millionen Euro gelegen haben. Ähnlich hoch lag die Summe auch bei der Berliner Restaurant-App Quandoo, die an das japanische Unternehmen Recruit Holdings ging.

Auch wenn einige Beoachter die deutsche Start-up-Szene dafür feierten, dass ausländische Investoren – und Großkonzerne – endlich Interesse an den Jungunternehmen hierzulande zeigen, so lösten die Exits doch auch eine Diskussion darüber aus, ob der Verkauf wirklich das oberste Ziel sein muss. Die große Schwäche: Dass es die Start-ups selbst nicht schaffen, eine wichtige Nummer in ihrer Branche zu werden.