Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute der Gründer von Everphone, Jan Dzulko, an. Sein Start-up versorgt Mitarbeiter mit Dienst-Smartphones. Wie urteilt Investor Christian Miele?

Eine halbe Minute mit Investor Christian Miele im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Mit uns müssen Firmen nie wieder ein Smartphone kaufen. Sie abonnieren die Geräte stattdessen. Das  ist günstig und flexibel. Geht ein Smartphone kaputt oder verloren, bekommt der Mitarbeiter binnen 24  Stunden, oft sogar binnen 6 Stunden ein neues – selbst wenn er gerade im Ausland ist. Was mit zurückgegebenen Geräten passiert, entscheidet bei uns eine Software, die den Markt beobachtet. Wir verkaufen sie dann entweder aufbereitet oder gebraucht, wie sie sind. So müssen alte Smartphones nicht länger in den Schränken der Konzerne verrotten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Als mir in meinem Exjob als Vorstand ein Diensthandy kaputt ging, hat es 20 Tage gedauert, bis das mit  der Versicherung geregelt war und ich das Gerät zurückhatte. Das war furchtbar, Smartphones sind heute zu wichtig.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Durch die Abo-Gebühren. Und wir verdienen am Verkauf der Alt-Smartphones. Die haben nach zwei Jahren meist noch einen Restwert von 30 Prozent.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir orientieren uns am ehesten an Amazon. Auch wir hören unseren Kunden zu und haben eine ausgeprägte Lernkultur. Fehler dürfen passieren, wir müssen nur daraus lernen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir haben etwa 35 Prozent Frauen im Team und gerade die Firmensprache auf Englisch umgestellt, weil fünf Mitarbeiterzu wenig Deutsch sprechen.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir wollten ursprünglich auch Smartphones an Privatleute vermieten und sind direkt an eine  Betrügerbande geraten. Die ersten 20 Geräte haben wir nie wiedergesehen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann kommt mehr als die Hälfte unseres Umsatzes aus den USA, und wir haben drei bis fünf Konzerne aus dem Dow-Jones-Index als Kunden.

Fakten zum Start-up

Kunden: Zunehmende Zahl Großunternehmen wie Ernst & Young, BCG und Hyundai
Finanzierung: Privatinvestoren
Gründung: 2016 in Berlin
Mitarbeiter: 40

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 4/5

Urteil: „Obwohl so ein Service schon für Privatkunden existiert, finde ich den Geschäftskunden-Ansatz sehr interessant. Auch die zwei Umsatzkanäle sind spannend. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Margen eher niedrig sind.“
Christian Miele, Partner beim Risikokapitalgeber Eventures in Berlin – und Mitglied der  Unternehmerfamilie Miele

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