Wenig überraschend bewerten in der Studie 87 Prozent der Start-ups ihr Produkt oder ihren Service als in irgendeiner Form neuartig. Allerdings sagen auch 13 Prozent, dass das, was sie anbieten, überhaupt nicht innovativ ist. Das wiederum konterkariert die Bedingung, dass die befragten Unternehmen eine innovative Technologie oder ein innovatives Geschäftsmodell mitbringen sollten – auch wenn dieses Charakteristikum nicht zwingend ist.

Trotz der Unzulänglichkeiten bei den Daten gibt der „European Start-up Monitor“ einen ersten Überblick, wie die europäischen Start-up-Ökosysteme aussehen. So sind 84 Prozent der Unternehmen weniger als vier Jahre alt, im Schnitt kommen sie auf 2,5 Jahre. Das Alter der Gründer liegt zwischen 25 und 34 Jahren. In Belgien leben die meisten Gründer, die unter 24 Jahren alt sind (18 Prozent); in Israel die meisten, die im Alter von mindestens 55 Jahren gegründet haben (17 Prozent).

Start-ups in Europa darf man laut der Studie als Jobmotoren sehen. Im Schnitt beschäftigen sie nach zweieinhalb Jahren 13 Mitarbeiter inklusive der Gründer. Deutsche Jungfirmen schneiden hier überdurchschnittlich gut ab: Sie kommen sogar auf 17 Mitarbeiter. 93 Prozent wollen künftig noch mehr Mitarbeiter einstellen. Vorne liegt bei diesen Plänen Belgien, die Start-ups dort wollen 7,9 neue Mitarbeiter einstellen.

Deutsche Start-ups wollen weniger Bürokratie

Die meisten Start-ups werden laut des Monitors im Bereich Software as a Service aufgebaut (17 Prozent), gefolgt von IT und Software (9 Prozent) sowie mobilen oder Web-Applikationen (8 Prozent). In Europa landet der E-Commerce auf Platz vier – in Deutschland macht er Platz zwei aus.

Nur jedes zweite Start-up ist international aktiv (51 Prozent). Unternehmen aus Ländern wie Deutschland (58 Prozent), Italien (57 Prozent) oder Frankreich (50 Prozent) bleiben hingegen lieber in ihrer Heimat. Der „European Start-up Monitor“ argumentiert damit, dass dies wenig überraschend sei, da diese Länder eine hohe Kaufkraft und ein hohes Umsatzpotential hätten. Das trifft zwar auf Deutschland und Frankreich zu, Italien wurde durch die Wirtschaftskrise allerdings stark gebeutet. Zwar zählt Italien noch zu einem der kaufkräftigsten Länder der EU, allerdings hat die Nachfrage seit 2002 stetig abgenommen.

Die größte Herausforderung, noch vor der Finanzierung, sehen europäische Start-ups bei der Konsumentenakquise (20 Prozent). Auf Platz drei folgt die Produktentwicklung. Mehr Unterstützung wünschen sich die Start-ups nicht nur bei der Finanzierung, sondern auch im sozialen Bereich. So heißt es in der Studie, die Unternehmen wollen einen besseren Austausch mit der Politik und etablierten Konzernen (26 Prozent).

In Deutschland sehen die meisten Gründer übrigens die Bürokratie und politische Regulierungen als größte Hürde (33 Prozent). In Europa sagen dies im Schnitt 29 Prozent.