Welche Gründer werden gefördert?
Grundsätzlich ist erst einmal der Raumfahrt-Bezug wichtig. Das heißt, die Technologien, die die Start-ups nutzen, müssen für die Raumfahrt entwickelt worden sein. Das können beispielsweise Materialien sein oder Satellitennavigationssignale oder Erdbeobachtungsdaten – das alles fällt unter Raumfahrt-Bezug. Bei der Gründer-Auswahl wird sehr viel Wert auf innovative technische Lösungen gelegt, der Businessplan muss natürlich überzeugen und die Firmen dürfen nicht älter als drei Jahre sein.
Und wie läuft dann die Förderung an sich?
Nach Bewerbung und formalem Check werden die Start-ups eingeladen und präsentieren ihren Businesscase vor einer Jury – und wenn die Jury dann überzeugt ist von der Idee, werden die Gründer in das Programm aufgenommen. Wir setzen auf eine zweijährige Förderung. Hightech-Gründungen benötigen einfach etwas Zeit für die technische. Dabei erhalten die Startups von lokalen Partnern auch technische Unterstützung. Hier unterscheiden wir uns von anderen Programmen, da wir beispielsweise mit dem Deutschen Zentrum für  Luft- und Raumfahrt, dem Fraunhofer-Institut oder Industriepartnern wie Airbus zusammen arbeiten, von deren Expertise und Testeinrichtungen die Gründer profitieren. Darüber hinaus bekommt jedes Start-up 50.000 Euro – 25.000 von der ESA und 25.000 vom Bayerischen Wirtschaftsministerium – und wir nehmen im Gegenzug keine Unternehmensanteile. Das ist eine Philosophie der ESA, dass es sich um ein reines Förderprogramm handelt. Hinzu kommt das internationale Netzwerk des ESA BIC Programms. Das führt dazu, dass viele unserer Gründer schon früh auf internationalem Markt aktiv sind und nicht nur in Deutschland.
Muss ich mich als Gründer denn im weitesten Sinne für Raumfahrt begeistern können, um ein Projekt zu haben, dass die ESA auch fördert?
Ich würde sagen ja. Man muss als Gründer in der Lage sein, den Raumfahrt-Bezug herzustellen, da er Grundvoraussetzung für die Förderung ist. Viel wichtiger ist es aber, das Potential der Technologie für die kommerzielle Anwendung zu sehen.

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