Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Enway, Thanuja Ambegoda, Bo Chen und Julian Nordt, an. Ihr Start-up lässt Spezialmaschinen autonom arbeiten. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Julian, Bo und Thanuaj, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir entwickeln die Technologie für autonom fahrende Spezialfahrzeuge. Unser erstes Produkt ist eine autonome Industriekehrmaschine, die zum Beispiel in Lagerhallen oder Industriebetrieben zum Einsatz kommt. Sie braucht keinen Fahrer.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir drei kommen alle aus Zürich – eine sehr saubere Stadt. Wenn man aber aus Zürich herausfährt, ist das nicht mehr der Fall. Gleichzeitig merkten wir, dass Kehrmaschinen durch ihre langsamere und präzisere Fahrweise ein besseres Feld für die Automatisierung sind als beispielsweise Robotertaxis.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir bieten die Kehrmaschinen mit Software und Servicedienstleistungen zu einer monatlichen Gebühr an. Der Preis variiert nach Einsatzgebiet.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)
b) Wenn man beispielsweise bei uns ins Büro kommt, liegt viel Hardware und Werkzeug herum. Vom Schneidgerät bis zu Lötwerkzeugen und Verkabelungstechnik.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind leider, wie viele Technologieunternehmen, doch sehr männerdominiert. Bei den Ingenieurpositionen haben wir aber bereits einen Frauenanteil von 20 Prozent. Ansonsten sind wir ein sehr internationales Unternehmen, unsere Mitarbeiter stammen aus mehr als zehn verschiedenen Ländern.

Was war euer größter Rückschlag?
Am Anfang haben wir auf eine falsche Sensorkomposition gesetzt. Die Kamera hat während des Betriebs ständig Objekte gesehen, die gar nicht existiert haben. Dadurch blieb das Gefährt immer wieder stehen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Unsere Kehrmaschinen sind auf privaten Flächen etabliert, und erste Modelle
starten im öffentlichen Raum.

Fakten zum Start-up

Kunden: unter anderem die Regierung Singapur, die Wisag Gruppe, die Wirtschaftsbetriebe Duisburg
Finanzierung: Wagniskapital
Gründung: 2017
Mitarbeiter: 25

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Enway erscheint mir spitzenmäßig positioniert zu sein. Ich wäre gerne als einer der ersten Investoren mit an Bord gewesen.“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Pretzels

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