2002 hat Michel Lindenberg Stayfriends gegründet. Seine neue Plattform soll Menschen helfen, über digitale Gesellschaftsspiele in Kontakt zu bleiben.

In der deutschen Gründerszene ist Michel Lindenberg ein Veteran: 1995 baute er den Webdesign-Dienstleister WWL auf, der vier Jahre später an die Börse ging. 2002 startet er das Online-Netzwerk Stayfriends, dessen Geschäftsführer er auch nach dem Verkauf an einen US-Wettbewerber blieb. Im Alter von 54 Jahren will Lindenberg es noch einmal wissen – und hat zusammen mit Mitstreitern von Stayfriends eine Plattform für Smartphone-Spiele entwickelt.

Die Idee: In einer App finden Nutzer eine Reihe rundenbasierter Gesellschaftsspiele. Man tritt gegen andere Nutzer an, muss aber nicht gleichzeitig online sein. Stattdessen bekommt man eine Push-Nachricht, sobald der Gegner einen Spielzug gemacht hat. „Viele Spiele mit diesem Ansatz scheitern als Solo-Apps, weil sie keine kritische Masse erreichen“, erklärt Lindenberg im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. „Deswegen sehe ich großes Potenzial für eine Plattform, die Spiele bündelt und Nutzer zusammenbringt.“ Spiele-Anbieter sollen auch davon profitieren, dass sie Mechanismen wie Matching der Nutzer und Highscore-Listen nicht selbst programmieren müssen.

In Anlehnung an das Bewertungssystem beim Schach hat Lindenberg seine Plattform elo Games getauft. Aktuell sind dort 45 Spiele zu finden – darunter Klassiker wie Go, Halma, Mühle und Dame. Etwa die Hälfte hat das sechsköpfige Start-up selbst programmiert, je ein Viertel stammen von Verlagen und von freien Entwicklern. Spätere Erlöse sollen jeweils zu einem Drittel an elo Games, an den Entwickler und den Rechteinhaber gehen.

Sechsstellige Finanzierungsrunde

An der Plattform hatte Lindenberg bereits in seiner Zeit bei Stayfriends gearbeitet. Mini-Spiele wie „Stein, Schere, Papier“ sollten dort die Nutzer auf der Seite halten. Nachdem der Kölner Außenwerbungs-Konzern Ströer das Schulfreunde-Netzwerk vom US-Unternehmen United Online übernahm, entschied sich Lindenberg für ein Management-Buyout. „Ströer musste nach seinen zahlreichen Zukäufen den Wildwuchs im Portfolio zurückschneiden.“

Nun haben Business Angels einen „hohen sechsstelligen Betrag“ in das sechsköpfige Start-up investiert. Beteiligt an der Finanzierungsrunde waren der Nürnberger Rechtsanwalt Harald Schumm, der Marburger Unternehmensberater Rainer Adomeit, Hotel.de-Gründer Heinz Raufer und Finance-Ads-Gründer Christian Dereser. Die beiden Letztgenannten hatten sich bereits zuvor mit zusammen 250.000 Euro am Unternehmen beteiligt.

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