Weniger als die Hälfte der Deutschen bewegt sich regelmäßig, dennoch sprießen Sport-Start-ups aus dem Boden. Manche allerdings eignen sich auch für Couch-Potatoes.

Sportlich? Das sind die Deutschen eher nicht. Das zumindest sagt eine Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2013. Darin heißt es, dass die Mehrheit der Deutschen mittlerweile keinen Sport mehr treibe. Nur noch 46 Prozent gaben an, sportlich aktiv zu sein. Dafür verbringen sie im Schnitt sieben Stunden am Tag im Sitzen. Und die Begründung für das Nichtstun? Mal hat man keine Zeit, mal fühlt man sich nicht gut – und ganz oft ist da einfach der innere Schweinehund, der nicht überwunden werden kann. Dennoch stellen sich immer mehr Start-ups der Herausforderung aus den Bewegungsmuffeln Fitnessfans zu machen. Manche aber gehen auch gleich den einfacheren Weg und kümmern sich einfach um des Deutschen liebstes Hobby: Fußball. Und das kann man ja bekanntlich auch vom Sofa aus genießen. Auf den folgenden Seiten stellen wir sportliche Start-ups vor.

Teamplayr

Teamplayr

Wann treffen wir uns zum nächsten Spiel? Wohin soll die Mannschaftsfahrt gehen? Wer wäscht diese Woche die Trikots und wer wird Spieler des Monats? Diese Fragen stellen sich jeden Tag Dutzende von Sportteams in ganz Deutschland. Das Internetangebot von Gründer Peter Klostermann hilft ihnen schnell und übersichtlich Antworten darauf zu finden und sich besser zu organisieren. Für monatlich 4,99 Euro unterstützt die Plattform Teamplayr bei der Planung von Trainings, Spielen, Wettkämpfen und anderen Terminen und zwar so, dass jeder jederzeit – auch von unterwegs via Smartphone oder Tablet – darauf zugreifen kann. „Ich dachte das Training fällt aus“, ist ab jetzt keine gute Ausrede mehr.

Sidefield

Sidefield

Eine ähnliche Idee wie die Macher von Teamplayr hatten auch Rory Combe und Anja Combe – allerdings konzentrieren sich die beiden Münchner ausschließlich auf des Deutschen liebsten Sport: Fußball. Die Gründer des Start-ups Sidefield wollen mit ihrer Online-Management-Plattform die Kommunikation innerhalb von Mannschaften für Trainer und Spieler erleichtern. Während man sich früher mühsam über Social-Media-Angebote wie Facebook oder WhatsApp-Chats austauschen musste und nie sicher sein konnte, das auch wirklich alle Mannschaftsmitglieder von den Plänen erfahren, bündelt Sidefield Infos zu Spieltagen und Trainingszeiten, krankheitsbedingten Ausfällen und Spielerfolgen auf einer Seite.

eGym

eGym

Seit 2010 verkauft das Münchner Start-up an Betreiber von Fitnessstudios Geräte für ein Zirkeltraining, die über eine Web-Anbindung verfügen. Die Nutzer trainieren so nach einem personalisierten und sich stets aktualisierenden Trainingsplan. Ergebnisse und Entwicklungen werden automatisch online gespeichert. Mit dieser Idee konnten sie nicht nur Kunden, sondern auch Geldgeber überzeugen. Mitte 2014 erhielt Egym von seinem neuen Investor Highland Capital Partners sowie von den bereits bei Egym engagierten Investoren Bayern Kapital und High-Tech Gründerfonds 15 Millionen US-Dollar.

Onefootball

Benjamin A. Monn Photography 2014

Das soziale Netzwerk für Fußball-Fans will das 2008 von Lucas von Cranach gegründete Start-up Onefootball GmbH werden – und zwar international. Die App für die Betriebssysteme iOS, Android, Windows Phone und Windows 8 bietet Live-Ticker, Tabellen, Statistiken und Videos aus 100 Fußball-Ligen weltweit – mehr als 19 Millionen Nutzer nutzen das Angebot bereits. Und auch die Investoren konnten das Berliner Unternehmen schon überzeugen: Ende 2013 steckte die Venture-Capital-Gruppe Union Square Ventures, die auch schon Twitter, Tumblr und Zynga finanziell großzügig unterstütze, fünf Millionen Euro in die Idee. Über diesen Coup berichtete sogar die New York Times.

Machtfit

MACHTFIT

Ebenfalls aus Berlin stammt das Start-up Machtfit. Das Gesundheitsnetzwerk will betriebliche Gesundheitsförderung einfach gestalten und bietet Unternehmen und ihren Mitarbeitern einen Überblick über das von den Krankenkassen anerkannte und bezuschusste Sportangebot. Die Gründer lernten sich als Praktikanten bei Adidas kennen und waren fasziniert vom Sportangebot, das der Sportartikelherstellte seinen Mitarbeitern bereitstellt. So entstand die Idee zu Machtfit. Fitnessstudios, Physiotherapeuten, Personal Trainer und Sportvereine können ihre Kurse auf der Online-Plattform kostenfrei anbieten, Unternehmen und Mitarbeiter dort buchen. Die Abrechnung läuft über Machtfit, das an einer Buchung 15 Prozent des Kurspreises verdient. Unternehmen zahlen einmalig für die Registrierung eines Mitarbeiters zehn Euro und anschließend monatlich einen Euro als Servicepauschale. Als Kunden konnte Machtfit bereits unter anderem DB Bahn, ADAC, Lotto Berlin und N24 gewinnen.

Mach dich krass

Mach dich krass

Als direkten Konkurrenten zum Münchner Start-up Social Media Interactive und seiner Plattform BodyChange, bei der Tänzer und Choreograf Detlef D! Soost als Fitness-Trainer fungiert, schuf ProSiebenSat.1 das Fitness-, Ernährungs- und Motivationsprogramm Mach dich krass. Für 79 Euro begleitet TV-Moderator Daniel Aminati die Nutzer beim Sporteln und verrät das Geheimnis seines Traumbodys, wie es auf der Homepage heißt. 16 Wochen lang können die Nutzer das Angebot abrufen – wer es bis dahin nicht geschafft hat, ist leider raus – auch ohne Traumkörper. Bei Facebook folgen ‘Mach dich krass’, das unter dem Dach der jungen Berliner Firma 7NXT angesiedelt ist, bereits mehr als 15000 Fans.

Gymondo

Gymondo II

Das Anfang 2013 gestartete Start-up Gymondo bietet für 7,99 Euro monatlich eine Auswahl an Workout-Videos aus den Bereichen Abnehmen, Muskelaufbau, Straffen, Tanzen, Entspannung & Mobilität. Ansehen kann man sich die Videos auf Laptop, Fernseher, Smartphone und Tablet. Mit der Idee eines Online-Fitnessstudios kämpft Gymondo in einem gut gefüllten Segment. Konkurrenten sind unter anderem Mybod-e, das mit Testimonial Franziska van Almsick wirbt. Aktuelle Nutzerzahlen will der PR-Manager Dennis Langer nicht nennen. Nur soviel: „Wir verzeichnen ein Wachstum von 320% innerhalb des letzten Jahres, pro Woche werden über 7.000 Stunden Videomaterial von unseren Usern gesehen und es wurden bereits mehr als 206 Millionen Kalorien verbrannt.“