„Die Vorstellung, dass ein Ehevertrag sich zwangsläufig negativ für den Nichtunternehmer-Ehepartner auswirken muss, ist nicht richtig“, sagt Unger. Denn endet die Gründung mit einem Schuldenberg, so muss der Ex-Partner des Gründers nicht dafür haften, wenn dies entsprechend im Ehevertrag festgehalten ist. Der Vertrag bringt somit auch für den Ehepartner des Gründers eine gewisse Sicherheit mit sich. Außerdem können auch Unterhaltszahlungen im Ehevertrag niedergeschrieben werden. Auch dadurch kann der nicht-unternehmerische Ehepartner seine Vorteile aus einer solchen Vereinbarung ziehen. „Wenn man sich um eine ausgewogene Lösung bemüht, dürfte der Ehepartner in der Regel Verständnis für diesen Schritt haben und auch mitziehen“, sagt Walter.

Auch für schon verheiratete Gründer ein Thema

Übrigens wichtig für Neugründer, die bereits verheiratet sind: Ein Ehevertrag kann jederzeit geschlossen werden – egal wie lange die Ehe schon besteht. „Wenn erst während der Ehe gegründet wird, besteht häufig erst damit der Anlass zu einer solchen Vereinbarung, dann kann mit dem Gang zum Notar oder Rechtsanwalt jederzeit ein Ehevertrag geschlossen werden“, so Walter.

„Verheiratete Neu-Gründer sollten in jedem Fall mit ihrem Ehepartner über das Thema Ehevertrag sprechen. Nach meinem Eindruck scheuen sich viele Ehegatten dieses Thema anzusprechen, weil sie es als unromantisch empfinden, über ein mögliches Scheidungsszenario nachzudenken“, sagt Unger. Allerdings bereuten es manche dann während einer Ehekrise, keinen Ehevertrag geschlossen zu haben. Wer erst dann im Rahmen einer Krise versuche einen Konsens im Hinblick auf den Ehevertrag mit dem Ehepartner zu erreichen, stehe aber zumeist vor einer unlösbaren Aufgabe. „Das ist dann in der Regel umso schwieriger“, gibt Unger zu bedenken.

Für verheiratete und verlobte Gründer gilt also – der Ehevertrag sollte immer auf der Checkliste der Dinge stehen, die mit Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater besprochen werden. Und zwar ganz unromantisch in glücklichen Zeiten – zum Schutz der finanziellen Unabhängigkeit beider Partner – und des Start-ups.