„Ein solcher Vertrag dient zunächst einmal einfach der Risikoabwälzung“, sagt Klaus Walter, Rechtsanwalt für Familien- und Erbrecht. Denn wer keinerlei vertragliche Regelungen trifft, der lebt mit seinem Partner automatisch in einer sogenannten Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet zunächst einmal, dass der Partner, der während der Ehe mehr Vermögen gemacht hat, im Fall einer Trennung die Hälfte seines Gewinns abgeben muss – egal ob liquide oder nicht. Und das kann fatal enden. Insbesondere wenn das Geld fest im Start-up steckt und keine Möglichkeit besteht, dass der Gründer die Summe zusammen bekommt. Denn der (dann Ex-)Partner hat das Recht sich den sogenannten Zugewinnausgleich (bar) auszahlen zu lassen. Und das kann die ein oder andere Gründer-Existenz leicht ruinieren. „Ein Unternehmer muss möglicherweise seine Unternehmensanteile verkaufen, um die Forderung des anderen Ehegatten zu erfüllen“, gibt Unger zu Bedenken.

Der Ehevertrag schützt Gründer vor einem solchen Fall – wenn dieser den Zugewinnausgleich ausschließt. Denn im Ehevertrag kann neben Sorgerecht für eventuelle Kinder, möglichem Unterhalt der Partner und Versorgungsausgleich eben auch der Güterstand geregelt werden.

Unter dem Güterstand versteht man rein rechtlich die Vermögensverhältnisse der Eheleute – das heißt wem welches Vermögen gehört, das in die Ehe eingebracht wurde und wer es verwaltet und im Schuldenfall dafür haftbar ist. Die Rede ist dann von einer modifizierten Zugewinngemeinschaft, das heißt bestimmte Vermögenswerte werden ausgeschlossen von der Ehe und müssen bei einer Scheidung nicht aufgeteilt werden. Zum Beispiel eben das Start-up oder eine Immobilie. Werden darüber klare Vereinbarungen getroffen, kann das im Scheidungsfall alle vor unliebsamen Folgen schützen. „Der Ehevertrag dient dem Schutz beider Eheleute – sowohl im Fall einer wirtschaftlichen Schieflage als auch zum Schutz des Lebenswerks des Gründers“, sagt Rechtsanwalt Walter.