Das Berliner Start-up baut Photovoltaik-Anlagen in Entwicklungsländern – finanziert von Privatanlegern aus Deutschland.

Ordentliche Renditen und ein ökologisch reines Gewissen: Das stellt Ecoligo Kleinanlegern in Aussicht. Das Berliner Start-up setzt auf Schwarmfinanzierungen, um Solaranalgen in Schwellen- und Entwicklungsländern zu bauen. Seit der Gründung 2016 sind nach Angaben von Ecoligo 2,4 Millionen Euro in 23 Projekte geflossen. Zu den Abnehmern des Ökostroms zählen zum Beispiel Gewächshaus-Betreiber in Kenia, eine Hotelanlage auf den Philippinen und eine Bank in Ghana.

„Viele Unternehmen in unseren Zielländern scheuen es, selbst in Solaranlagen zu investieren, weil sie Überschüsse lieber in ihr Kerngeschäft investieren“, sagte CEO Martin Baart, der vor der Gründung von Ecoligo bei einer in Afrika aktiven Solarfirma gearbeitet hat, im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Baarts Mitgründer Markus Schwaniger, der vorher bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) tätig war, lernte er auf einer Konferenz in Nairobi kennen.

Von dem Konzept haben die Gründer nun Saxovent überzeugt. Der Projektentwickler für Windkraftanlagen beteiligt sich mit 2,5 Millionen Euro an Ecoligo, wie das Start-up WirtschaftsWoche Gründer vorab mitteilte. Mithilfe des frischen Kapitals will das Start-up nun das Team aufstocken. Bisher arbeiten sechs Mitarbeiter am Hauptsitz in Berlin und drei an Vertriebsstandorten in Ghana, Kenia und Costa Rica. Hinzukommen sollen nun neue Büros in Südostasien.

Beteiligungen von 100 bis 10.000 Euro

Privatanleger können sich mit Beträgen zwischen 100 und 10.000 Euro an neuen Projekten beteiligen. Das Start-up stellt eine Verzinsung von 4,5 bis 6,5 Prozent in Aussicht, weist aber deutlich auf die Risiken hin: So kann es passieren, dass ein Stromabnehmer vor Ort pleite geht – und die Investition nicht wieder eingespielt wird. Abgewickelt werden die Geldanlagen über die Plattform Ecoligo Invest, einer Tochtergesellschaft des Softwareanbieters Crowddesk.

Der Crowdinvesting-Markt in Deutschland ist Analysen zufolge im vergangenen Jahr erneut deutlich gewachsen. Finanziert werden über verschiedene Portale neben Energieprojekten auch Immobilienprojekte und Unternehmen. Allerdings gibt es Anzeichen für eine Marktabschwächung. Das Berliner Start-up Comanisto, das vorwiegend Start-ups finanziert, hat deswegen gerade sein Geschäftsmodell angepasst. Baart sieht dagegen die Rahmenbedingungen für Ecoligo weiterhin positiv. „Die Nachfrage nach nachhaltigen Investments nimmt klar zu.“ Man sei auch in Gesprächen mit institutionellen Investoren.