Die Software des Start-ups analysiert mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Kundenanfragen. Oben auf der Agenda steht nun die Expansion ins Ausland.

Für Kunden sind E-Mails und Chats eine willkommene Alternative zur Telefon-Hotline – doch sorgen die Kanäle für Frust, wenn die Antwort zu lange auf sich warten lässt. Auf Unternehmensseite für eine schnelle Bearbeitung will E-Bot7 sorgen. Das Münchener Start-up bietet eine Software ein, um Kundenanfragen zu analysieren, an den richtigen Ansprechpartner weiterzuleiten und sogar automatisiert zu beantworten.

Gegründet 2016 von Fabian Beringer, Xaver Lehmann und Maximilian Gerer, hat E-Bot7  namhafte Kunden für sich gewinnen können. So kommt die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software etwa bei dem Telekommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland, dem Technologiekonzern Siemens, dem Versicherer HDI, der Commerzbank und der Deutschen Bahn zum Einsatz.

Büros in London und Paris geplant

Auch die Investoren glauben an das Konzept und stecken nun das dritte Jahr in Folge frisches Kapital in das junge Unternehmen. Nach einem hohen sechsstelligen Betrag im Jahr 2017 und zwei Millionen Euro 2018 erhalten die KI-Experten nun 5,5 Millionen Euro. Lead-Investor ist der Technologiefonds RTP Global – beteiligt waren nach Angaben des Start-ups zudem Bestandsinvestoren wie 42CAP aus München und der Commerzbank-Frühphasen-Investor Main Incubator.

Mit dem Geld will E-Bot7 seine Position auf dem europäischen Markt ausbauen und in weitere Länder abseits von Europa expandieren. Das Team soll dazu deutlich vergrößert werden, sagte Co-Gründer Fabian Beringer auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer: „Wir planen die Eröffnung neuer Büros in London und Paris und wollen bis Ende des Jahres auf 50 Leute wachsen. Bis Ende 2020 soll das Team auf 100 Leute wachsen.“ Aktuell arbeiten 36 Mitarbeiter an den Standorten in München und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Wachsender Markt

Die Software des Start-ups kann über Schnittstellenden an bestehende Systeme für den Kundenservice andocken. Die KI analysiert den Inhalt der Anfragen – und schlägt den Servicemitarbeitern passende Antworten vor. Standardanfragen, die Kunden immer wieder stellen, sollen komplett automatisiert abgearbeitet werden. Nach Angaben des Start-ups reduziert sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit so um bis zu 80 Prozent.

E-Bot7 ist nicht das einzige Start-up hierzulande, das auf Künstliche Intelligenz als Automatisierungshelfer für den Kundenservice setzt. Das Berliner Unternehmen Parlamind etwa, das im April dieses Jahres an eine mittelständische Technologiegruppe verkauft wurde, verfolgt einen ganz ähnlichen Ansatz. Zu den Konkurrenten zählt zudem Rasa – das Berliner Start-up hatte im April den renommierten US-Investor Accel für sich gewinnen können.