Was kann darüber hinaus helfen, die Strukturen für Frauen zu verbessern?

Viel wird sich durch den Markt regeln. Unsere Kunden, also institutionelle Investoren, die in die Anlageklasse Private Equity investieren, wollen, dass die Branche diverser wird. Nicht nur in Hinblick auf das Geschlecht, sondern auch bei Nationalität und Alter. Diese Investoren stellen jeder Private-Equity und Venture-Capital-Gesellschaft schon jetzt die Frage, wie es um die Diversität im Team bestellt ist. Das wird künftig noch zunehmen. Wenn ein Fond da passen muss, wird es mit dem Fundraising erheblich schwerer werden.

Wenn die Frauen einmal eingestiegen sind: Gelingt es dann, sie in der Branche zu halten?

Das ist einer der großen Knackpunkte. Hier ist Private Equity leider keine Ausnahme, viele andere Branchen kennen das Problem: Im Junior Level gibt es noch viele Frauen, aber es dünnt sich aus, je höher es nach oben geht. Das zu ändern, ist eines der Hauptziele der Initiative. Denn in der Investmentbranche hat man die großartige Gelegenheit, anders als in der Beratung, sehr tief ein in einzelne Unternehmen und Geschäftsfelder einzusteigen.

Welche Schritte gehen Sie mit der Initiative, um Frauen langfristig zu unterstützen?

Wir haben ein Mentoring-Programm gestartet, das Herzstück der Initiative: Erfahrene Kollegen, egal ob männlich oder weiblich, begleiten seit September 2018 deutschlandweit neun Monate lang 15 junge Frauen. Dabei geht es nicht um frauenspezifische Fragen, also zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – sondern darum, wie man in der Private-Equity- und der Venture-Capital-Branche Karriere macht, wie man sich verbessern kann. Gerade in kleinen Firmen, die eigene Programme nicht anbieten können, hoffen wir, damit viel zu erreichen. In Deutschland haben wir eine erste Runde gestartet mit durchweg positivem Feedback. Und gerade unsere männlichen Mentoren sagen, dass sie durch das Programm ein viel besseres Verständnis für die Karriereherausforderungen von jungen Frauen in Private Equity gewonnen haben.