Die Digital-Szene trifft sich zur Zeit in Köln. Auf der Dmecxo soll die analoge mit der digitalen Welt verknüpft werden – auch Start-ups sind dabei.

Der große Renner dürften in diesem Jahr knallbunte Sonnenbrillen gewesen sein, die mehrere Unternehmen als Werbegeschenke verteilten, dicht gefolgt von Smoothies und Obst. Der Messebesucher scheint sich zu wandeln, und auch auf Konferenzen auf seine Ernährung achten zu wollen.

Die großen Stände – und unzählige Werbegeschenke können sich die meisten Start-ups nicht leisten, deshalb geht es im sogenannten Start-up Village alles ein bisschen ruhiger zu: Die Stände sind kleiner, manchmal teilen sich zwei Start-ups einen, die Besetzung oft deutlich reduzierter. Im Mittelpunkt der dmexco steht 2015 der Begriff „Digiconomy“, also die Verschmelzung der Digitalisierung mit allen Bereichen der Wirtschaft. Für dmexco-Chef Frank Schenider ist genau das eines der Ziele der Messe: „Die dmexco schafft es, alle analogen und digitalen Welten miteinander zu verknüpfen.“ Deshalb dreht sich in den mittlerweile fünf Hallen auch alles um digitale Geschäfte, Marketing, Werbung und Vertrieb. Der Andrang war riesig, es herrschte dichtes Gedränge, vor allem in den Hallen, in denen die großen Unternehmen, ihre Stände aufgebaut hatten.

Auf der Dmexco sind in diesem Jahr 881 Aussteller vertreten. Das sind mit einem Zuwachs von 14 Prozent deutlich mehr als 2014. Insbesondere die Werbung auf den Displays von Smartphones und Tablets nimmt zu.

Im Start-up-Village fällt ein junges Unternehmen besonders auf – zumindest wenn man an die Decke der Messehalle schaut: Das Dresdner Start-up „Lovoo“ projizierte sein Logo, ein sich in sich drehendes Herz, auf die ansonsten kahle Decke. „Lovoo“ ist ein soziales Netzwerk zum Kennenlernen von Menschen. Die Besonderheit: Die App arbeitet mit einem Radar, der alle Nutzer im Umkreis findet – eine Technologie, die sich die Dresdner patentiert haben lassen. Das erst 2011 gegründete Unternehmen hat mittlerweile mehr als 140 Mitarbeiter und gehört zu den am meist heruntergeladenen Apps im Apple Store und im Google Play Store. Soziale Netzwerke sind eines der großen Themen auf der Dmexco, auf der auch größere Unternehmen, wie  Facebook, Yahoo und Google, vertreten sind.

Keine Freunde dürfte sich hingegen der Softwareentwickler Eyeo nicht gemacht haben: Auf dem Weg zwischen Messegelände und dem Deutzer Bahnhof verteilten Mitarbeiter ein Pixi-Buch, das der AdBlocker-Plus-Betreiber selbst produziert hat. Unter dem Titel „Lina und Anton entdecken die Internet-Werbung“ soll auf Werbe-Verweigerer aufmerksam gemacht werden. Mittlerweile nutzen rund ein Fünftel aller Internetnutzer einen sogenannten AdBlocker – für die Werbebranche entsteht so ein enormer Schaden. Das wird eines der Probleme sein, das die Branche in den kommenden Jahren lösen muss – und auch Start-ups können dazu einen Beitrag leisten.