Ob sich das Kochbox-Angebot bei den Kunden durchsetzen werde, sei eine andere Frage, meint der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, Christian Wiesenhütter. „An einem Abend werden die Zutaten für das Lieblingsgericht noch schnell auf dem Nachhauseweg im Supermarkt besorgt, am nächsten Tag geht’s ins Restaurant, am dritten Tag kommt die Idee und das Essen aus der Box, am vierten Tag bringt der Lieferservice das fertige Essen nach Hause – weil es einfach geht.“

Zahlungskräftige, urbane Kunden

Für Max Thinius, Sprecher des Forums Lebensmittel beim Bundesverband E-Commerce und Versandhandel, haben viele Logistikunternehmen bei der Lieferung von Lebensmitteln bereits Lernprozesse absolviert. „Der Kunde möchte seine Bestellung in der Regel nicht möglichst schnell gebracht bekommen, sondern zu einem bestimmten, von ihm festgelegten Zeitpunkt“, sagt Thinius.

Wenn Liefertag, Zeitfenster und Qualität der Ware stimmten, seien die Verbraucher bei den Kochboxen auch bereit, Lieferkosten zu zahlen, sagt IFH-Geschäftsführer Kai Hudetz. „Es geht ums Genießen, um ein gemeinsames Erlebnis.“ Zielgruppe sei ein zahlungsstarkes, urbanes Publikum. Zu einem Durchbruch verhelfe das Konzept dem Online-Handel mit normalen Lebensmitteln daher nicht. „Die Konsumenten sind nach wie vor sehr preissensibel.“