Deshalb hält bei der Techniker Krankenkasse eine eigene Abteilung nach Innovationen Ausschau. „Einige Apps entwickeln wir selbst, einige geben wir extern in Auftrag. Andere externe betten wir in das TK-Konzept ein.“ So wie bei Tinnitracks: Die Kosten für die App von 19,95 Euro im Monat werden von der Kasse übernommen. Voraussetzung ist allerdings die Untersuchung bei einem von 30 lizensierten Hals-Nasen-Ohren-Ärzten in Hamburg. In einem Jahr will die TK das Angebot überprüfen: Was hat es gekostet, und was hat es den Patienten gebracht?

Die Sonormed GmbH kann durch die Kooperation mit der TK auf eine weitere Verbreitung ihrer App hoffen, die Krankenkasse spart Kosten und kann ihren Mitgliedern ein breites Therapieangebot anbieten. Ähnlich positive Effekte erhofft sich auch Markus Büchtmann, Geschäftsführer von Gymondo, von seiner Zusammenarbeit mit der AOK-Nordost. Seit November bezuschusst die Krankenkasse die Mitgliedschaft bei dem Online-Fitnessstudio mit bis zu 20 Euro pro Jahr. „Das deckt gut ein Drittel der Kosten für eine Jahresmitgliedschaft ab“, sagt Büchtmann.

Das Konzept von Gymondo: Abonnenten können online Fitness-Videos abrufen und damit von zu Hause aus trainieren. „Wir bieten verschiedene vorgefertigte Programme an: Zum Beispiel Rücken stärken oder abnehmen“, erklärt Büchtmann. Die Programme laufen meist über 10 Wochen und können mit Ernährungstipps ergänzt werden. „Ein Vorteil ist sicher die Zeitersparnis wenn man zu Hause trainiert. Aber manche unserer Kunden wollen auch einfach ungern ins Fitnessstudio, weil sie sich häufig unwohl fühlen“, sagt Büchtmann. Das Angebot von Gymondo nutzen zu 85 Prozent Frauen zwischen 20 und 40 Jahren an.

Für die AOK Nordost ist die Kooperation mit Gymondo eine einfache Rechnung: Mitglieder, die Sport treiben, werden seltener krank. Allerdings hat sich Andrea Voßhoff, die Bundesdatenschutzbeauftragte, bereits im Juli zu Gesundheits-Apps geäußert: „Allen Anwendern, die Fitness-Apps freiwillig herunterladen, rate ich, nicht unbedacht mit ihren sensiblen Gesundheitsdaten umzugehen.“ Denn Informationen über Herzfrequenz, Gewicht, sportliche Aktivität oder das Essverhalten haben einen hohen Wert.