Das vom Bund geförderte Digitalisierungsprogramm lädt Start-ups zur Pitch-Night in Berlin. An den zwölf Hubs haben sich bereits einige Partnerschaften etabliert.

Ab nach Berlin: Zehn Start-ups aus dem Netzwerk der Digital Hub Initiative, einem vom Wirtschaftsministerium geförderten Programm, werben in der kommenden Woche bei einem Event in der Hauptstadt um die Aufmerksamkeit von Investoren und Unternehmen. Der Andrang für die Veranstaltung groß: Über 40 Start-ups bewarben sich an den zwölf bundesweiten Standorten für das Netzwerktreffen in Berlin – ausgewählt wurde dann nach „Innovationsgrad und Potential der Idee“, wie die betreuende Agentur RCKT auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer mitteilte.

Zum ersten Mal wird den Start-ups somit im Rahmen der Ende 2016 gestarteten Initiative eine bundesweite Bühne geboten. „Mit der Pitch Night schaffen wir eine Plattform, in der branchenübergreifend Gründerinnen und Gründer aus den Digital Hubs die Chance bekommen, ihre Ideen vor großen Investoren zu präsentieren“, sagt Stefan Schnorr, Leiter der Abteilung für Digital- und Innovationspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Bislang fand die Arbeit vor allem in den insgesamt 16 Städten statt, die sich insgesamt zwölf der sogenannten Digital Hubs teilen. Als Kompetenzstandorte fokussiert jeder Hub auf einen bestimmten Branchen-Schwerpunkt – der oft in traditionellen Stärken der Städte begründet ist. So sollen Start-ups, Unternehmen und Investoren leichter zusammenfinden.

In Köln und München wird so etwa ein Schwerpunkt auf digitale Versicherungsunternehmen gelegt, Mannheim und Ludwigshafen mit Branchenriesen wie BASF und Merck in der Nachbarschaft kümmern sich um Chemie- und Gesundheits-Start-ups, in Frankfurt und Darmstadt sind die Fintech-Hotspots angesiedelt. In das Thema will jetzt auch das Land Hessen noch stärker investieren. Stolz ist die Initiative auf ein Netzwerk, das jetzt bereits 500 Partner umfast – darunter auch Firmen wie Facebook, Dell oder der internationale Accelerator Plug and Play.

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Folgende Start-ups erhalten die Gelegenheit, sich kommenden Mittwoch in Berlin zu präsentieren:

  • Nect (Hub München): Das Start-up arbeitet mit vier Mitarbeitern an digitalen Identifizierungen, in dem eine Smartphone- oder Tablet-Kamera das Gesicht und die Ausweisdokumente eines Nutzers vergleicht.
  • Infrasolid (Dresden/Leipzig): Mit leistungsstarken Infrarot-Lichtquellen sollen Geräte zur Analyse von Gasen und Stoffen verkleinert werden. Das vierköpfige Team ist aktuell mit funktionierenden Prototypen in einer Testphase.
  • Smart City Systems (Nürnberg/Erlangen): Der „Parking Pilot“ des Start-ups ist bereits verfügbar und soll helfen, freie und belegte Parkplätze in Städten digital zu erfassen. Fünf Mitarbeiter arbeiten an dem Produkt.
  • Penseo (Köln): Das sechsköpfige Team hofft auf den Schub durch ein neues Gesetz: Die Plattform bietet Firmen die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern den Zugang zu einer betrieblichen Altersversorgung zu erleichtern.
  • IT-Labs (Nürnberg/Erlangen): Noch befinden sich die neun Mitarbeiter um Gründer Güven Karakuzu in einer geschlossenen Testphase. Es geht darum, eine sichere Plattform zu schaffen, um die Versorgung von chronisch kranken Patienten außerklinisch zu verbessern..
  • Rüdenauer 3D-Technology (Karlsruhe): Das Team möchte mit seinen Produkten Maschinen- und Anlagenbauer weltweit erreichen. Die Software hilft dabei, industrielle Konstruktionen in virtueller Realität darzustellen und zu bearbeiten.
  • Twaice (München): Das Start-up arbeitet an einer Analysesoftware, um die Lebensdauer von Batterien vorherzusagen. Damit hoffen die sechs Mitarbeiter, vom weltweiten Boom der Elektro-Fahrzeuge zu profitieren.
  • Finanzguru (Frankfurt/Darmstadt): Als persönlicher Finanzhelfer soll der Marktplatz Kunden aufzeigen, wo und wie sie bei Finanzprodukten sparen können. Das zwölfköpfige Team setzt dabei auf Provisionen von angeschlossenen Anbietern.
  • Doks Innovation (Dortmund): Das Logistik-Star-up um Gründer Benjamin Feldhammer kombiniert Drohnen und Analysesoftware, um die Inventur in Lagern zu erleichtern. Dafür gab es kürzlich eine Anschubfinanzierung.
  • MaIoT (München): Dank Künstlicher Intelligenz soll die Software des dreiköpfigen Teams vorhersagen, wann Reparaturen oder Wartungen an Lastwagen nötig sind. Aktuell sind erste Prototypen im Testbetrieb.