Das sieht Maximilian Tayenthal, Co-Founder von Number26, anders. Seit Januar bietet Number26 ein kostenloses Girokonto an, das komplett über Mobile Banking bedient wird. „Wir haben gemerkt, dass es unter den Kunden eine Wechselstimmung gibt. Viele sind unzufrieden mit ihrer Bank und fühlen sich nicht optimal betreut“, sagt Tayenthal. Die Flexibilität der jungen Leute würde von traditionellen Banken nicht mehr berücksichtigt werden und deshalb würden sich viele Kunden nach Alternativen umsehen. Tayenthal betonte, dass es vor allem wichtig sei zuerst mit potenziellen Kunden über neue Finanzprodukte zu sprechen und dann die passende Technologie dahinter zu entwickeln.

In einem waren sich die Speaker der verschiedenen Panels jedoch einig: Start-ups in der FinTech-Branche haben es vor allem schwer, die bestehenden Gesetze und Regularien der Finanzwelt einzuhalten. Für jede Nische im FinTech-Bereich gibt es spezielle Vorgaben, die von den Start-ups eingehalten werden müssen. Dies gilt zum Beispiel für Verifikationen oder Bonitätsprüfungen der Kunden. Eröffnet ein Kunde ein traditionelles Konto bei einer etablierten Bank, dann geht er in den meisten Fällen in eine Filiale, spricht mit einem Mitarbeiter und muss bis zur Kontoeröffnung seitenlange Formulare ausfüllen.

Diese Erfahrung hat auch Nasir Zubairi gemacht, als er letztes Jahr nach Deutschland gezogen ist. Für eines seiner Unternehmen wollte er ein neues Konto eröffnen. Da es sein erstes Konto in Deutschland werden sollte, war es schwierig an die geforderten Unterlagen heranzukommen. Nach einigen Wochen blieb die Kontoeröffnung immer noch erfolglos und Zubairi entschied sich für eine Mobile Banking Variante, mit der er schnell und unkompliziert ein Online-Konto eröffnen konnte. „Gerade für Leute, die oft im Ausland sind und ständig ihren Wohnort wechseln, sind Online-Kontos eine effektive Alternative“, meint Zubairi.

Die Internationalität der Speaker der Konferenz zog sich wie ein roter Faden durch die beiden Veranstaltungstage. Alle Panels und Keynotes wurden auf Englisch gehalten. Das passt zum Profil der HHL in Leipzig, an der immer mehr internationale Studenten ihre Abschlüsse machen. Darunter auch Asha Thampi. Die junge Inderin ist Studentin im MBA-Programm der HHL und hat die Konferenz gemeinsam mit anderen Studenten organisiert. „Accelerate ist eine Studenteninitiative der HHL und organisiert jährlich eine Konferenz“, erzählt Asha. „Wir haben viele Monate in die Organisation gesteckt und bisher schon viel positives Feedback bekommen.“ Als Thema der diesjährigen Konferenz habe sich FinTech angeboten, weil gerade jetzt einige Start-ups in dem Bereich nach Leipzig kommen und dort ihre Unternehmen aufbauen.