Eine Weste gegen das Schnarchen, passgenaue Unterwäsche und eine App für Fußballfans. In der vierten Sendung der „Höhle der Löwen“ ist für jeden etwas dabei.

SensoPro

Kaspar Schmocker, Florian Kuchen  und Jan Urfer kommen aus der Schweiz und haben ein Sportgerät erfunden, das zwei Meter hoch ist. Dafür können die Nutzer aber auch Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer trainieren – mithilfe von flexiblen Gummibändern in einem Käfig. Im Gerät ist zudem ein Tablet angebracht, so dass unter Anleitung Übungen möglich sind. 14.000 Euro kostet das drei Quadratmeter große Gerät. Doch obwohl es schon seit drei Jahren auf dem Markt ist, stehen erst 50 Geräte in Fitnesscentern, Krankenhäusern und Physiotherapiepraxen – und das ausschließlich in der Schweiz. Künftig soll SensoPro aber auch in Deutschland angeboten werden. Und dafür braucht es die Löwen: Zehn Prozent würden die drei Gründer an ihrem Unternehmen abgeben, wollen dafür aber 350.000 Euro. Ob das die Löwen gut finden?

SugarShape

Weil sie selbst keine schönen Dessous fanden, gründeten die beiden Schwestern Sabrina Schönborn und Laura Gollers aus dem niedersächsischen Stelle 2012 ihr eigenes Label. Geld sammelten sie unter anderem mit einer Crowdfunding-Kampagne ein, bei der auch die Kundinnen über Modelle abstimmen konnten. Das Start-up gehört mittlerweile eigentlich schon zu den größeren der Branche: Bereits im vergangenen Jahr hat SugarShape eine Finanzierungsrunde abgeschlossen – es war nicht die erste. Damals investierten unter anderem die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen und mehrere Business Angels. Und das rentiert sich: „Wir bekommen so viele Bestellungen rein, die können wir gar nicht abarbeiten. Wir haben Angst, dass uns das Geld ausgeht, um genügend Waren zu kaufen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir einen oder sogar mehrere Löwen davon überzeugen können, bei uns zu investieren, damit wir diese vielen Anfragen auch bedienen können”, sagen sie. Sie brauchen 500.000 Euro und wollen dafür zehn Prozent am Unternehmen abgeben.

Fovea

65 Millionen Kubikmeter Holz werden in Deutschland jedes Jahr gefällt. Was es aber nicht gibt: Eine App, die in wenigen Sekunden die Anzahl der Holzstämme in einem Holzpolter – einem Sammelplatz für Langholz – ermittelt. Bislang wird das mit Bleistift, Zettel und Sprühfarbe gemacht. Als Informatiker fand Manfred Ide aus Uslar das natürlich nicht nur ineffizient, sondern auch nicht mehr zeitgemäß. Wie nun aber funktioniert die App?

Der Benutzer macht mit der App einzelne Fotos des Holzpolters, in dem die Stämme automatisch erkannt und markiert werden. Anschließend wird das Bild mit Geokoordinaten, der Anzahl der Stämme und einem Text gespeichert. 1500 Euro würde die App pro Jahr die Nutzer kosten. Für sieben Prozent an seinem Unternehmen verlangt Ide 300.000 Euro.

Nachtwaechter

Schluss mit Schnarchen: Das verspricht Marcus Ruoff mit seiner Erfindung Nachtwaechter, einer Weste, die verhindern soll, dass sich Schnarcher nachts auf den Rücken drehen. In der Höhle der Löwen will er nun Investoren überzeugen. Um das Geschäft richtig anzukurbeln braucht er von den Löwen eine Finanzspritze von 200.000 Euro und will 20 Prozent seiner Firmenanteile abgeben. In erster Linie soll so das Vertriebsnetz ausgebaut werden und außerdem mehr Produkte entstehen. „Ich habe leider eigene schlechte Erfahrungen mit dem Schnarchen gemacht, bis hin zu Atemaussetzern“, sagt Marcus Ruoff Aber als nichts half, nähte er in der heimischen Werkstatt. Ob so viel Einsatz die Löwen überzeugt?

Kickbase

600.000 Euro wollen die vier Gründer von Kickbase aus München – für gerade einmal zehn Prozent ihrer Firmenanteile. Mit der App können Freunde oder Arbeitskollegen eine eigene Liga und die eigene Traum-Elf erstellen und für jede Aktion gibt es Punkte. Konkret sieht das so aus: Während eines Bundesliga-Spiels gibt es Live-Punkte für jedes Dribbling, jeden Pass und jedes Foul – sowohl positiv als auch negativ. Diese sind in Echtzeit einsehbar. Die App wirbt dabei mit den Original-Spielernamen, Bildern und Club-Logos, denn die Münchner besitzen eine Lizenz der Bundesliga, die ihnen genau das erlaubt. Ihnen ist es damit gelungen, eine Verbindung zwischen dem realen Bundesligageschehen und dem virtuellem Spiel zu schaffen. Aber gibt es unter den Löwen jemanden, der so verrückt nach Fußball ist, um zu investieren?

Malzit

Brotaufstriche auf Malzbasis: Das ist das Rezept von Stefanie Tomljanovic aus Arnstein. „Ich habe mich eigentlich aus der Not heraus selbständig gemacht”, sagt die 56 Jahre alte Gründerin. „Ich habe bei meinem Mann im Büro gearbeitet und da gab es finanzielle Probleme durch nicht bezahlte Aufträge. Wir mussten Leute entlassen und auch für mich war nicht mehr genug Arbeit da.” Schon 2004 hat sie sich selbstständig gemacht, zunächst mit Fruchtgelees, später mit Malzaufstrichen. Mittlerweile sind es sieben Brotaufstriche. Die Besonderheit: Der Getreideanteil in Form von ausgewaschenem Malz. Für die Herstellung wird der Ansatz der Bierproduktion verwendet, jedoch ohne Hopfen und ungefiltert. Mittlerweile hat sie für Malzit ein Verfahrenspatent bekommen und verkauft die Produkte auf Messen, in regionalen Supermärkten und bei Verkostungen. Internetpräsenz und der Verpackungsprozess sind aber noch zu verbessern: Dafür braucht sie nicht nur die fachliche Expertise der Löwen, sondern auch deren Geld: Für 30 Prozent am Unternehmen möchte sie 40.000 Euro.